Der Leiter des Büros des ukrainischen Präsidenten, Kyrylo Budanow, erklärte in einem Kommentar gegenüber der Zeitung Nowosti·LIVE, auf die sich RBC-Ukraine bezieht, dass im September ein neues Treffen der ukrainischen und russischen Delegationen im Rahmen der Verhandlungsschiene zur Beendigung des Krieges stattfinden könnte. Nach seinen Worten befindet sich der Verhandlungsprozess derzeit auf Pause, soll aber „belebt“ werden, was auf das Bestreben Kiews hinweist, den diplomatischen Kanal wieder in eine aktive Phase zu versetzen.
Verhandlungsschiene auf Pause, soll aber „belebt“ werden
Budanow betonte, dass die derzeitige Einstellung der Kontakte nicht deren Schließung bedeutet. Auf die Frage, ob es sich tatsächlich um ein Treffen ukrainischer und russischer Verhandlungsführer handle, antwortete der Leiter des Präsidentenbüros: „Ich hoffe darauf, ja.“ Damit bestätigte er, dass das Format eines direkten Dialogs zwischen beiden Seiten zu den prioritären Szenarien zählt, obwohl Datum und Ort des Treffens offiziell nicht genannt wurden.
Rolle der amerikanischen Seite
Gesondert wies Budanow auf die Schlüsselrolle der USA bei jedem potenziellen Kontakt hin. „Nun, und auch die Amerikaner. Ohne sie geht es nicht“, erklärte der Leiter des Büros. Dies steht im Einklang mit Berichten, wonach das ukrainische Außenministerium bereits auf den ersten Besuch des Teams von US-Präsident Donald Trump in Kiew wartet, was auf das Bestreben Kiews hinweist, die Verhandlungsdynamik an die amerikanische Vermittlung zu koppeln.
Drei zentrale Vorschläge Kiews
Zur Erinnerung: Vor kurzem hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Übermittlung neuer Vorschläge zur Beendigung des Krieges an die USA bestätigt und erklärt, dass die Ukraine zusammen mit internationalen Partnern drei zentrale Punkte ausgearbeitet habe, die bereits mit der amerikanischen und europäischen Seite abgestimmt wurden. Darunter fallen ein Waffenstillstand, die Schaffung einer Freihandelszone sowie Sicherheitsgarantien seitens der EU und der NATO.
Widersprüchliche Angaben
In den Erklärungen der Seiten und in den Einschätzungen zum Verlauf des Prozesses gibt es deutliche Abweichungen. Einerseits charakterisiert Budanow die Verhandlungsschiene als „auf Pause“ und beschreibt das Treffen selbst als Hoffnung („ich hoffe darauf“), nicht als bestätigtes Ereignis. Andererseits teilt das ukrainische Außenministerium mit, dass bereits auf den Besuch des amerikanischen Teams in Kiew gewartet werde, was auf eine aktivere und nicht „eingefrorene“ Dynamik hindeutet. Außerdem beschränkt sich die Position Moskaus, den Worten Wladimir Putins zufolge, auf die Bereitschaft, nur „auf der Grundlage der Realitäten auf dem Boden“ zu sprechen, was mit dem dreiteiligen Paket Kiews nicht übereinstimmt und die Möglichkeit einer Annäherung der Positionen in absehbarer Zeit in Frage stellt.
Position Moskaus und diplomatische Zeitfenster
In Moskau wurde die Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen erklärt, allerdings unter der Bedingung eines Dialogs „auf der Grundlage der Realitäten auf dem Boden“. Unterdessen bemerkte Selenskyj, dass der diplomatische „Korridor der Möglichkeiten“ zur Beendigung des Krieges vom G20-Gipfel im Dezember bis zum Ende des Sommers 2027 andauern werde, was den zeitlichen Horizont für die Suche nach einer politischen Lösung festlegt.