Der litauische Außenminister Kęstutis Budris hat die Partner im Europäischen Union mit einer ernsten Warnung konfrontiert. Nach Ansicht des litauischen Diplomaten könnte das Bestreben der EU-Mitgliedstaaten, Zugeständnisse zu machen, um neue Sanktionen gegen Russland zu vereinbaren, zu einer Schwächung des gemeinsamen Druckkampagnen auf Moskau führen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf LRT.
Wirtschaftliche Interessen versus Druck
Budris gab zu, dass der genehmigte 21. Sanktionspaket tatsächlich einen spürbaren Schlag gegen den Finanzsektor Russlands ausüben und den Zugang des Kremls zu Kapitalmärkten erheblich einschränken wird. Der Verhandlungsprozess selbst hat jedoch eine besorgniserregende Tendenz aufgedeckt: Die Entscheidungen Brüssels werden zunehmend von rein wirtschaftlichen Interessen einzelner Staaten diktiert und nicht von einem einheitlichen politischen Willen.
„Das ist eine gefährliche Tendenz“, betonte der litauische Außenminister. Er wies darauf hin, dass ein solcher Ansatz nicht nur die Verstärkung des Drucks auf Russland behindert, sondern die Wirksamkeit bereits bestehender Beschränkungen faktisch verwässert.
Der Preis der Einigung: Wie über das 21. Paket abgestimmt wurde
Die Abstimmung über das neue Paket war das Ergebnis komplexer Kompromisse. Über einen Monat lang stand das Dokument unter der Gefahr des Scheiterns, da fast ein Drittel der EU-Staaten mit einem Veto drohte. Jeder dieser Staaten verzichtete nur gegen bestimmte Zugeständnisse auf sein Vetorecht.
Am 23. Juli stimmte der Rat der EU schließlich für die Einführung von Beschränkungen, die die umfassendsten der letzten vier Jahre darstellen. In die endgültige Liste wurden aufgenommen:
- 48 natürliche Personen;
- 170 Organisationen;
- Aussetzung der automatischen Anpassung des Mechanismus zur Preisbegrenzung für Öl bis zum 15. Juli 2027.
Die Chefin der europäischen Diplomatie, Kaja Kallas, hatte zuvor Details zum Paket offengelegt und erklärt, warum diese Maßnahmen für die russische Wirtschaft extrem schmerzhaft sein werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte ebenfalls die wichtigsten Trumpfkarten der neuen Beschränkungen gegen den Aggressorstaat.