Litauens Außenminister Kęstutis Budrys hat in seinem Posting im sozialen Netzwerk X die Aussagen der russischen Führung über den angeblichen Wunsch nach einer verhandlungsrechtlichen Beilegung des Konflikts in der Ukraine scharf kritisiert. Nach seinen Worten seien die Erklärungen Wladimir Putins zu Friedensinitiativen „absolut entwertet und nicht glaubwürdig', und ihr wahres Ziel bestehe darin, neuen Sanktionspaketen gegen die Kriegsmaschinerie und die Wirtschaft des Kremls zu entgehen. Der Diplomat betonte, dass die russischen Streitkräfte weiterhin massive Angriffe auf zivile Objekte und Ortschaften der Ukraine fuhren, während Moskau öffentlich die Bereitschaft zur Beendigung des Krieges erklärt.
„Die einzige Sprache, die das Regime versteht'
Budrys erklärte, die einzige Sprache, auf der das russische Regime bereit sei, ein Gespräch zu führen, sei die Sprache der Gewalt. Vor diesem Hintergrund seien die westlichen Partner seiner Überzeugung nach verpflichtet, die militärische Hilfe für die Streitkräfte der Ukraine nicht nur nicht zu verringern, sondern sogar zu erhöhen, sowie die Beschränkungsmaßnahmen gegen Russland und seine Verbündeten zu verschärfen. „Während er alles Mögliche tut, um die Welt in einem weiteren Versuch zu täuschen, zusätzlichen Sanktionen zu entgehen, töten russische Raketen und Drohnen weiterhin friedliche ukrainische Bürger', betonte der litauische Diplomat und rief dazu auf, die Rhetorik über Verhandlungen nicht auf die Goldwaage zu nehmen, die seiner Einschätzung nach ausschließlich als Instrument des informationellen Drucks auf die internationale Gemeinschaft diene.
Angriff auf die Oblast Odessa: menschliche Verluste
Illustration für die Worte Budrys' war ein weiterer massiver russischer Angriff, dessen Folgen für den zivilen Sektor besonders schwerwiegend waren. Die Oblast Odessa wurde getroffen: Infolge der Beschießung kamen mindestens 11 friedliche Bürger ums Leben, und nahezu 100 Personen wurden verletzt. Unter den Verletzten befand sich ein fünf Monate altes Kind. Diese Daten demonstrierten nach Angaben des Ministers eindrucksvoll, dass die im Kreml erklärte „Bereitschaft zum Dialog' von keinem einzigen konkreten Schritt zur Waffenruhe oder zum Abzug der Truppen begleitet werde.
Der Kreml blockiert echte Friedensinitiativen
Im Kontext der Aussagen Budrys' ist es wichtig zu beachten, dass in Russland echte Friedensinitiativen zur Beendigung des Krieges systematisch blockiert werden. Kürzlich reagierte der Kreml auf den Vorschlag von Präsident Wolodymyr Selenskyj, sich auf dem G20-Gipfel zu treffen, mit der Erklärung, Wladimir Putin habe „noch keine Entscheidung' über die Teilnahme an der Veranstaltung getroffen. Gleichzeitig bestätigte Moskau offen, dass keine Absicht bestehe, die Aggression zu stoppen: Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte öffentlich, dass Russland während möglicher Verhandlungen mit Kiew keine Pause in den Kampfhandlungen einlegen werde. Dabei wurde die Einladung des ukrainischen Staatschefs zu einem Treffen im Kreml in russischen offiziellen Kreisen als „Geste des guten Willens' bezeichnet, was nach Einschätzung westlicher Diplomaten ein Versuch sei, die Verantwortung für das Scheitern des Dialogs auf die ukrainische Seite zu schieben.
Position Litauens und der internationalen Partner
Kęstutis Budrys versicherte, dass Litauen und andere internationale Partner die Ukraine „so lange unterstützen werden, wie es für den Sieg über den Aggressor nötig ist'. Diese Position unterstreiche, dass man in Brüssel und Vilnius nicht auf die informationelle rhetorische Spielerei Moskaus hereinfallen wolle und der Ansicht sei, dass jegliche Verhandlungen nur unter der Bedingung einer Einstellung der Beschießungen und eines Abzugs der russischen Truppen möglich seien. Somit blieben die Aussagen Putins über den Frieden nach Bewertung des litauischen Außenministeriums nichts weiter als ein Instrument des Sanktionslobbyismus und keine echte politische Bereitschaft zur Deeskalation.