In Brüssel reift eine diplomatische Krise heran. Bulgarien hat offiziell seine Ablehnung gegenüber bestimmten Punkten des 21. Pakets russlandfeindlicher Sanktionen der Europäischen Union zum Ausdruck gebracht. Diese Entscheidung könnte die Annahme der gesamten neuen Welle von Beschränkungen blockieren, da für die Verabschiedung von Sanktionen eine Einstimmigkeit aller EU-Mitgliedstaaten erforderlich ist.
Wer ist der Stein des Anstoßes?
Laut Informationen von Politico, die von zwei Diplomaten erhalten wurden, hat sich Sofia gegen die Aufnahme des Moskauer und gesamten Russlands Patriarchen Kirill in die Sanktionsliste ausgesprochen. Die Europäische Kommission schlug vor, Beschränkungen gegen den Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche einzuführen, was sie mit seiner Haltung der Unterstützung des Krieges in der Ukraine begründete.
Bulgarische Medien, insbesondere BNR News, berichten, dass Sofia beabsichtigt, den russischen geistlichen Führer zu verteidigen. In Bulgarien selbst ist die Haltung der religiösen Hierarchen nicht einheitlich: Von allen Metropoliten hat offiziell nur Metropolit Naum Russki eine Position bezogen. Er schloss sich der Verurteilung des Angriffs auf die Kiewer Höhlenkloster an, die vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus ausgesprochen wurde.
Was ist noch im 21. Paket enthalten?
- Der Energiesektor;
- Finanzdienstleistungen;
- Handel und Kryptowährungsbereich;
- Die Fischereiwirtschaft.
Auch in Brüssel wird ein Einreiseverbot für ehemalige russische Soldaten, die am Krieg gegen die Ukraine beteiligt waren, vorbereitet. Parallel dazu wird die Vorbereitung persönlicher Sanktionen gegen fast 80 weitere russische Unternehmen und Einzelpersonen fortgesetzt.
Folgen für die Diplomatie
Der Mechanismus zur Verabschiedung von Sanktionen in der Europäischen Union ist hart: Die Ablehnung eines Teils des Pakets durch einen Mitgliedstaat blockiert dessen Annahme. Damit gefährdet die Haltung Bulgariens die Umsetzung neuer Maßnahmen. Zuvor hatte die EU bereits Beschränkungen gegen die russische Rüstungsindustrie und die „Schattenflotte“ genehmigt und die Sanktionen, die aufgrund der Besetzung der Krim und Sewastopols verhängt wurden, mindestens bis zum 23. Juni 2027 verlängert.