Der bulgarische Ministerpräsident hat eine offizielle Erklärung zu einem jüngsten Zwischenfall im Schwarzen Meer abgegeben, bei dem zivile Schiffe angegriffen wurden. Seinen Angaben zufolge sieht das offizielle Sofia derzeit keine ausreichenden Gründe für die Aktivierung der Artikel 4 und 5 des Nordatlantikvertrags, die Fragen der kollektiven Sicherheit und Konsultationen innerhalb des Bündnisses regeln.

Details des Zwischenfalls im Schwarzen Meer

Der Vorfall ereignete sich am frühen Morgen des Dienstags, 6. Oktober 2026, etwa 70 bis 80 Seemeilen östlich der bulgarischen Küste in der Region Bjala. Der Angriff war komplex angelegt und umfasste den gleichzeitigen Einsatz von See- und Luftdrohnen. Zwei Frachtschiffe wurden getroffen, wobei die ALFA WATAN kritische Schäden erlitt und schließlich sank; das Schicksal ihrer Besatzungsmitglieder ist derzeit noch unklar. Die bulgarischen Rettungsdienste haben umgehend eine groß angelegte Such- und Rettungsaktion eingeleitet.

Standpunkt der bulgarischen Führung und rechtlicher Status der Gewässer

Der Regierungschef bezeichnete den Vorfall als äußerst besorgniserregend, betonte jedoch gleichzeitig die rechtlichen Nuancen der Situation. Der Angriff fand zwar innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Bulgariens statt, nach internationaler Praxis gelten diese Gewässer jedoch als neutral, was nach Ansicht der Behörden die automatische Anwendung der kollektiven NATO-Verteidigungsmechanismen ausschließt. Gleichzeitig wies der Premierminister darauf hin, dass die genaue Herkunft der eingesetzten Drohnen noch nicht geklärt sei und Experten weiterhin prüfen, ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelte.

Reaktion internationaler Partner und Sicherheit der Schifffahrt

Am Tag des Angriffs hielt der bulgarische Ministerpräsident eine dringende Videokonferenz mit Mitgliedern des EU-Rates ab, in der er die europäischen Partner detailliert über die Lage informierte. Die Frage der Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzmeer-Raum und dieser konkrete Vorfall wurden bereits auf internationaler Ebene zur Diskussion gestellt. Sofia beabsichtigt, in enger Abstimmung mit den Verbündeten zu handeln und voreilige Eskalationsschritte zu vermeiden, bis eine vollständige Untersuchung aller Umstände des Vorfalls abgeschlossen ist.