In den Reihen der in Europa stationierten US-Militärs herrscht Verwirrung und Erwartung. Auslöser ist eine Serie widersprüchlicher Aussagen von US-Präsident Donald Trump bezüglich der Truppenstärke auf dem Kontinent. Die Situation ist außer Kontrolle geraten: Die Armee wartet auf Klarstellungen vom Pentagon, und die plötzlichen Änderungen haben bereits finanzielle Schäden verursacht und die Moral der Truppen gefährdet.
Millionenschäden und gestrichene Flüge
Laut Daten der Associated Press, auf die sich RBC-Ukraine beruft, müssen die Militärs ihre Politik rückwirkend anpassen, um dem letzten Wort des Präsidenten zu entsprechen. Dies schafft enorme Unsicherheit. Einige Soldaten erhielten den Befehl, nur wenige Stunden vor dem Abflug nicht mehr in die Flugzeuge nach Polen zu steigen, während andere Einheiten, die sich bereits auf dem Weg befinden, auf eine Bestätigung zur Rücksendung in die USA warten.
Die finanziellen Folgen dieser Zickzackbewegungen sind bereits spürbar. Das US-Transportkommando hatte ein Schiff gechartert, um Ausrüstung der 2. Panzerbrigade der 1. Kavalleriedivision von Texas nach Polen zu verlegen. Als die Rotation jedoch abgesagt wurde, musste die Ausrüstung zurückgebracht werden. Nach Schätzungen beliefen sich allein die Kosten für diesen logistischen Vorgang, einschließlich Charter und Verladung, bereits auf 32 Millionen Dollar. Beamte warnen, dass die ungeplante Rückverlegung von Technik aus Europa nicht im aktuellen Haushalt des Pentagons vorgesehen ist und eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen wird.
Verwirrung in den Plänen und Besorgnis der Verbündeten
Anfang Mai wurden die Soldaten über die Absage der Verlegung von 4.000 Soldaten nach Polen informiert. Europäische Verbündete erfuhren davon jedoch erst Mitte des Monats. Nun hat sich die Situation durch einen neuen Befehl Trumps zur Entsendung von 5.000 Soldaten nach Polen weiter verschärft. Es wird erwartet, dass diese Kräfte aus bereits in Europa stationierten Einheiten gebildet werden und nicht durch eine neue Verlegung aus den USA, doch die Details zur Umsetzung des Befehls sind nach wie vor unklar.
Diese Unsicherheit löst ernste Besorgnis unter den NATO-Partnern aus. Die Verbündeten sind beunruhigt darüber, welches Signal dies angesichts derartiger Instabilität an Russland sendet. Ende Mai berichteten Medien, dass die USA Teile ihrer militärischen Präsenz schneller zurückziehen wollen als im Rahmen der NATO geplant, und zwar ohne Übergangsfrist. In den letzten Tagen wurde zudem bekannt, dass der Abzug von mehr als 1.000 Soldaten aus Litauen begonnen hat; die Frage nach ihrem Ersatz bleibt vorerst offen.
Logistischer Albtraum und Infrastrukturprobleme
Das Pentagon steht vor einer schwierigen Wahl. Ursprünglich, als Trump mit dem Abzug von 5.000 Soldaten drohte, schlugen Beamte vor, das 2. Kavallerieregiment aus Deutschland abzuziehen. Am Ende entschied man sich jedoch, die Rotation einer anderen Einheit nach Polen abzusagen, was zu noch größerer Verwirrung führte.
Ein hochrangiger Beamter des Pentagons, J. Costa, merkte an, dass ein vollständiger Abzug der in Deutschland stationierten Truppen mehrere Milliarden Dollar kosten könnte. Der Hauptgrund dafür ist das Fehlen speziell ausgewiesener Standorte und Infrastruktur in den USA für die Unterbringung dieser Soldaten und ihrer Familien. Somit steht der politische Wille des Präsidenten in hartem Widerspruch zu den logistischen und wirtschaftlichen Realitäten und lässt Soldaten wie Verbündete in der Schwebe.