OpenAI hat ein neues Plugin für ChatGPT vorgestellt, das eine direkte Integration mit dem Dienst „Apple Nachrichten“ (iMessage) ermöglicht. Laut Unternehmensangaben ist das Tool darauf ausgelegt, die Arbeit mit der Korrespondenz zu erleichtern: Der Nutzer kann seine Nachrichten direkt im Dialog mit dem Assistenten verwalten, ohne zwischen Apps zu wechseln. Das Plugin funktioniert auf der Mac-Plattform, auf der iMessage der Standard-Messenger des Apple-Ökosystems ist.
Was das Plugin kann: Sortierung, Analyse und Bearbeitung
Zu den wichtigsten Vorteilen, die OpenAI auflistet, gehört die Möglichkeit, Nachrichten direkt im Chat mit ChatGPT zu sortieren, zu analysieren und zu bearbeiten. Der Assistent kann Informationen in „vergessenen Ecken“ des Chatverlaufs suchen, Nachrichten auf Anfrage löschen und – was besonders auffällt – Nachrichten im Namen des Nutzers verfassen und senden. Das Plugin unterstützt die Dienste Codex und ChatGPT Work, was bedeutet: Die Integrationsmittel stehen nicht nur für private Zwecke zur Verfügung, sondern auch für die berufliche Tätigkeit – beispielsweise zur Verarbeitung von Arbeitschats und zur Vorbereitung von Antworten in einem geschäftlichen Kontext.
Praxisbeispiel: Antworten an alle Gesprächspartner mit einer einzigen Anfrage
Als Demonstration führt OpenAI ein Beispiel an, in dem der Nutzer ChatGPT bittet, Antwortvorschläge für alle Gesprächspartner zu erstellen, mit denen er sich am Vortag ausgetauscht hat. Das heißt, der Assistent beantwortet nicht nur eine einzelne Frage, sondern durchläuft den gesamten gestrigen Chatverlauf und erstellt für jeden Dialog persönliche Entwürfe. Dieses Szenario unterstreicht die Positionierung des Plugins als „Copilot“ im Messenger: Es übernimmt die Routine – Lesen, Systematisierung und Textvorbereitung – und überlässt dem Menschen die finale Entscheidung über das Senden.
Datenschutz: Lokale Verarbeitung und unklare Formulierungen
Die Funktion wirft zwangsläufig Fragen zum Datenschutz auf, da der Assistent Zugriff auf den Inhalt privater und beruflicher Chats erhält. OpenAI versicherte, dass das Plugin lokal auf dem Gerät des Nutzers arbeitet und „nicht alle Nachrichten indexiert“. Das Unternehmen erklärte jedoch nicht, was genau mit dieser Formulierung gemeint ist – es bleibt unklar, welche Daten an die Server zur Generierung von Antworten übertragen werden und wie lange sie gespeichert werden. Diese Unschärfe ist kein Versionskonflikt zwischen den Quellen, lässt aber Raum für Kritik seitens der Datenschutzaktivisten.
Warnhinweise: KI-Fehler und obligatorische Bestätigungen
OpenAI warnt ausdrücklich, dass die KI Fehler macht, die im Kontext einer Korrespondenz mit echten Menschen teuer zu stehen kommen können – von ungeschickten Formulierungen bis hin zu faktischen Ungenauigkeiten in Arbeitschats. Daher rät das Unternehmen den Nutzern, die Aktionen von ChatGPT genau zu überwachen und ständige Bestätigungen vor dem Senden von Nachrichten in ihrem Namen zu aktivieren. Die Empfehlung ist de facto ein Eingeständnis, dass ein vollständig autonomes Senden von Nachrichten ohne menschliche Kontrolle ein unannehmbares Risiko birgt, und verschiebt die Verantwortung für den endgültigen Text auf den Nutzer.