11. August 2026. Der Markt für künstliche Intelligenz in China erlebt einen historischen Wendepunkt. Was als vorübergehende Schwierigkeiten aufgrund von Exportbeschränkungen begann, hat sich in einen vollständigen Paradigmenwechsel verwandelt: Die amerikanischen Technologie-Riesen NVIDIA und AMD werden vom chinesischen Binnenmarkt verdrängt und rücken zugunsten lokaler Entwickler in den Hintergrund.
Domestische Entwicklung dominiert
Laut dem Analyseunternehmen TrendForce ist der Marktanteil amerikanischer Unternehmen auf dem Markt für KI-Beschleuniger in China bis Mitte 2026 auf kritische Werte gesunken – auf etwa 10%. Gleichzeitig ist das Volumen der Lieferungen chinesischer Chips im Vergleich zum Vorperioden um 83% gestiegen. Lokale Hersteller, die starke staatliche Unterstützung und den freigewordenen Markt erhalten haben, haben bis zu 90% des Marktanteils erobert.
Die Führung in diesem Segment wird sicher von Huawei gehalten, dessen Lösungen de facto zum Standard für viele staatliche und kommerzielle Strukturen geworden sind. Die Konkurrenz innerhalb Chinas verschärft sich jedoch: Zu den traditionellen Spielern wie Cambricon gesellten sich die Giganten der Internetindustrie – Baidu, Alibaba und Tencent. Diese Unternehmen haben aufgehört, reine Abnehmer von Chips zu sein, und produzieren nun massenhaft eigene spezialisierte ASIC-Beschleuniger, die auf ihre einzigartigen Aufgaben im Bereich Big Data und neuronaler Netze zugeschnitten sind.
NVIDIAs Überlebensstrategie
NVIDIA gibt nicht ohne Kampf auf und ist sich bewusst, dass der Verlust des chinesischen Marktes ihre Finanzkennzahlen beeinträchtigen wird. Das Unternehmen passt seine Produkte an die strengen Anforderungen der US-Exportkontrolle an. In diesem Jahr kamen spezialisierte Versionen von Grafikkarten auf den Markt, wie die RTX Pro 5000 auf der Blackwell-Architektur mit GDDR7-Speicher sowie die zuvor angekündigte RTX 6000D.
Diese Chips stellen eine Kompromisslösung dar: Sie entsprechen formal den Leistungsbeschränkungen, bieten aber ausreichende Funktionalität, um das CUDA-Ökosystem aufrechtzuerhalten. Experten merken jedoch an, dass das Training fortschrittlicher KI-Modelle mit ihnen immer schwieriger wird, was chinesische Unternehmen dazu zwingt, Alternativen in Form einheimischer Software und Hardware zu suchen.
Widersprüchliche Daten
Bei der Einschätzung der aktuellen Situation gibt es Diskrepanzen zwischen verschiedenen Analysezentren. Während TrendForce einen Rückgang des Marktanteils amerikanischer Unternehmen auf 10% bereits im Jahr 2026 prognostiziert, deuten andere Quellen, einschließlich Daten von 3DNews, darauf hin, dass chinesische Chips 79% des Marktes erobert haben und den Amerikanern etwa 21% überlassen. Der Unterschied in den Zahlen könnte auf die Zählmethodik zurückzuführen sein: Einige Experten berücksichtigen nur reine KI-Beschleuniger, andere den gesamten Segment der Rechen-GPUs, einschließlich Grafiklösungen für das Rendering.
Zudem gibt es Widersprüche bezüglich der tatsächlichen Fähigkeiten chinesischer Chips. Einerseits klingen die offiziellen Aussagen von Unternehmen wie Huawei selbstbewusst, andererseits zeigen unabhängige Tests, dass der Rückstand in der Leistung pro Kern und Energieeffizienz im Vergleich zu NVIDIAs Flaggschiffen weiterhin besteht, wenn auch er sich verringert.
Zukunft des Marktes
Bis 2026 wurde deutlich: Der chinesische Markt für KI-Chips ist zu einer praktisch geschlossenen Ökosystem geworden. Amerikanische Unternehmen sind gezwungen, im „Überlebensmodus“ zu arbeiten und abgespeckte Versionen ihrer Produkte zu verkaufen, während lokale Hersteller die Volumina erhöhen und eine Marke von 5 Millionen gelieferten Einheiten pro Jahr erreichen. Dies ist eine fundamentale Veränderung in der globalen Lieferkette der Mikroelektronik, die wahrscheinlich langfristige Folgen für die gesamte Branche haben wird.