Gemeinsame Manöver im Gelben Meer
Im Juli dieses Jahres werden China und Russland großangelegte gemeinsame Marineübungen unter dem Namen „Marine-Interaktion-2026“ durchführen. Die Veranstaltung findet im Gewässer des Gelben Meeres sowie im angrenzenden Luftraum in der Nähe der Stadt Qingdao statt. Dies teilte das Presseamt des chinesischen Verteidigungsministeriums offiziell mit.
Dem Plan zufolge werden sich die Schiffe beider Länder nach Abschluss der taktischen Manöver zu gemeinsamen Patrouillen im Gewässer des Pazifischen Ozeans begeben. In Peking wurde betont, dass solche Veranstaltungen Teil des jährlichen Plans der militärischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten sind.
Ziele und Aufgaben der Übungen
Das chinesische Verteidigungsministerium erklärte, dass die Durchführung der Übungen darauf abziele, „auf Herausforderungen im Bereich der Sicherheit zu reagieren und zur Aufrechterhaltung des regionalen Friedens und der Stabilität beizutragen“. Im Pressemitteilung werden jedoch nicht die genaue Anzahl der eingesetzten Schiffe und Flugzeuge sowie die genauen Start- und Enddaten der Manöver genannt.
Kontext der bilateralen Zusammenarbeit
Die offiziellen Übungen vor dem Hintergrund anhaltender Berichte über eine geheime militärische Interaktion zwischen den beiden Ländern ziehen die Aufmerksamkeit westlicher Beobachter auf sich. Zuvor hatten Medien berichtet, dass Russland und China heimlich gemeinsame Übungen im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine durchgeführt haben, an denen Generäle beider Länder teilgenommen haben.
Insbesondere veröffentlichte die Agentur Reuters im Frühjahr dieses Jahres Informationen darüber, dass China Ende 2025 heimlich etwa 200 russische Soldaten auf seinem Territorium ausgebildet hat. Laut Quellen kehrte ein Teil von ihnen später an die Front zurück. Diese Daten wurden von Vertretern der EU und der NATO bestätigt.
Reaktion offizieller Stellen
Trotz der Enthüllungen westlicher Geheimdienste bestreiten offizielle Vertreter Pekings und Moskaus weiterhin solche Vorwürfe. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bezeichnete die Informationen über die geheime Ausbildung russischer Soldaten in China zuvor als unzutreffend. Auch das chinesische Außenministerium hat diese Daten widerlegt und sie als Versuch bezeichnet, die Schuld für den Krieg in der Ukraine auf Drittländer abzuwälzen.