Das chinesische Mondforschungsprogramm hat eine unerwartete Anpassung erfahren: Der Start der automatischen interplanetaren Station „Chang'e-7' wurde verschoben. Ursprünglich war der Start der Mission auf den Abend des 23. August oder den Morgen des 24. August 2026 (Peking-Zeit) vom Weltraumbahnhof im Süden des Landes, in der Provinz Hainan, geplant. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem in offiziellen Kanalen Klarstellungen zur Wiederaufnahme des Starts erwartet wurden, hatte das Raumschiff die Startrampe nicht verlassen, und in den Erklärungen der chinesischen Behörden wurde nicht angegeben, wann genau die Mission wieder aufgenommen werden könnte. Auf Aufnahmen von der Startrampe stand die Trägerrakete mit dem Mondapparat an Bord, markiert mit den Logos der chinesischen Weltraumbehörde und der Aufschrift „Chinesische Luft- und Raumfahrtindustrie', startbereit vor dem Hintergrund eines bewölkten Himmels.

Offizielle Version: Der Apparat „entspricht noch nicht den Startbedingungen'

Der genaue Grund für die Verzögerung wurde offiziell nicht bekannt gegeben. Die chinesischen Staatsmedien beschränkten sich auf die Formulierung, dass der „Mondsond noch nicht den Startbedingungen entspricht', und fügten hinzu, dass die Entscheidung zur Verschiebung „auf Grundlage der Prinzipien der Vorsicht, der Zuverlässigkeit und der Gewährleistung des absoluten Erfolgs der Mission' getroffen wurde. Diese Sprache ist typisch für die Pekinger Weltraumbürokratie: Sie dokumentiert die Tatsache der Verschiebung, ohne jedoch die technische oder organisatorische Natur der Störungen offenzulegen, und lässt Raum für interne Nacharbeiten ohne öffentliche Diskussion.

Partner aus Thailand: Start im nächsten Jahr erwartet, wahrscheinliche Ursache – das Wetter

Ein konkreteres Bild zeichnete Wipha Rujopakarn, der Generaldirektor des thailändischen Nationalen Instituts für astronomische Forschung (NARIT), der am 24. August gegenüber CNN mitteilte, dass der Start von „Chang'e-7' bereits im nächsten Jahr erwartet wird – möglicherweise im Frühjahr oder im Hochsommer. Seinen Angaben zufolge stammen die Informationen zur Mission direkt aus China, da NARIT einer der sieben internationalen Partner ist, die Forschungsausrüstung für die Integration in den Sonde vorbereitet haben. Wipha erklärte die lange Verzögerung mit der technischen Komplexität und dem beispiellosen Charakter der Mission: Die Sonde musste auf eine genau definierte Umlaufbahn gebracht werden, um anschließend an einem optimalen Ort auf dem Mond zu landen. Als Hauptgrund für die Verschiebung nannte er offenbar das Wetter, wobei er betonte, dass „auch andere Faktoren nicht ausgeschlossen werden können'. Zu den internationalen wissenschaftlichen Nutzlasten des Apparat gehören laut russischen Quellen auch ein Gerät zur Untersuchung von Mondstaub, was den multinationalen Charakter der Nutzlast der Mission unterstreicht.

Was „Chang'e-7' hätte tun sollen

Die Mission „Chang'e-7' wurde als erster Versuch der Welt betrachtet, Wasser auf dem Mond direkt und nicht auf Distanz zu analysieren. Der komplexe Plan umfasste einen Roboter, der sich vom Landemodul trennen, zu Einschlagkratern im Bereich des Mond-Südpols bewegen und Bohrungen für die Gewinnung von Eis vornehmen sollte. Dies unterscheidet die Aufgabe grundlegend von dem, was den USA gelungen ist: Amerikanische Satelliten haben Eisvorräte entdeckt und begannen, ihre Größe mit Methoden der Fernerkundung zu bewerten, doch es gelang Washington nicht, erfolgreich einen Apparat zum Bohren und zur direkten Erschließung dieser Ressource zu entsenden. Der Erfolg der chinesischen Mission hätte einen Wendepunkt im Rennen um die wasserbezogenen Mondressourcen darstellen können.

Widersprüchliche Daten

In den öffentlichen Erklärungen der Beteiligten gibt es deutliche Abweichungen. Erstens führen die chinesischen Staatsmedien die Verschiebung auf die allgemeine Formel „entspricht nicht den Startbedingungen' und „Prinzipien der Vorsicht' zurück, ohne einen konkreten Grund zu nennen, während der thailändische Partner NARIT direkt das Wetter als wahrscheinliche Hauptursache und die technische Komplexität des Orbitmanövers benennt. Zweitens wurde das ursprüngliche Startfenster (23.–24. August 2026) faktisch durch die Einschätzung „nächstes Jahr, Frühjahr oder Hochsommer' ersetzt, doch diese neue Chronologie wurde offiziell nicht bestätigt und stützt sich auf die Aussagen eines der Partner, nicht auf eine Erklärung der chinesischen Weltraumbehörde. Somit ist die Tatsache der Absage des Starts zu den ursprünglichen Terminen bestätigt, während die Gründe für die Verzögerung und die neuen Zeitpläne offiziell unbestätigt bleiben und verschiedene Interpretationen zulassen.