Auf dem NATO-Gipfel in Ankara entbrannte eine Debatte über die Rolle Chinas im ukrainischen Konflikt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte Journalisten mit, dass Peking seine Position drastisch geändert habe: China habe Russland erstmals in ultimativer Form gewarnt, jegliche Gespräche über den Einsatz von Atomwaffen zu unterlassen.
Das Ultimatum Pekings
Laut dem ukrainischen Staatschef reagierte die chinesische Seite extrem scharf auf Aussagen russischer Medien über eine mögliche nukleare Antwort auf Angriffe der ukrainischen Streitkräfte. Selenskyj betonte, dass dies ein beispielloser Schritt sei: Peking habe deutlich gemacht, dass selbst die Diskussion über den Einsatz von Atomwaffen inakzeptabel ist. „Es ist sehr wichtig zu betonen, dass es nicht nur die Europäer sind, nicht nur Amerika, sondern auch China. Und ich denke, dass sie zum ersten Mal sehr klar und sehr hart reagiert haben“, erklärte der Präsident.
Verhandlungen mit Trump und die Position Europas
Das Thema China war eines der zentralen Themen während des Treffens von Selenskyj mit Donald Trump. Die Staatsführer diskutierten die Rolle Pekings im Krieg, seinen potenziellen Einfluss auf den Verlauf des Konflikts und mögliche Szenarien der Beteiligung. Selenskyj bat darum, die Details dieses Gesprächsteils vertraulich zu halten und betonte, dass sie zwischen ihm und Trump bleiben.
Gleichzeitig gaben mehrere europäische Staatsführer auf dem NATO-Gipfel bekannt, dass sie Kontakt zu chinesischen Vertretern aufgenommen haben. Nach ihren Angaben habe Peking eine deutlich härtere Position eingenommen als in früheren Perioden. „Die Situation hat sich ein wenig geändert“, fügte Selenskyj hinzu und merkte an, dass die europäischen Partner diese Verschiebung bestätigt hätten.
Kontext: Nukleare Drohungen und Hilfe für die Ukraine
Die Aussage Selenskyjs erfolgte vor dem Hintergrund kürzlicher Kommentare des Kreml-Sprechers Dmitri Peskow, der erklärte, Russland sei bereit, Atomwaffen unter bestimmten Bedingungen einzusetzen. Dies löste eine ernsthafte Reaktion auf internationaler Ebene aus, einschließlich der Reaktion Chinas.
Der NATO-Gipfel in Ankara verabschiedete zudem eine Erklärung über die Bereitstellung von 70 Milliarden Euro an militärischer Hilfe für die Ukraine im Jahr 2026 und in gleicher Höhe im Jahr 2027. Eine der Schlüsselthemen der Verhandlungen war die Stärkung der ukrainischen Luftabwehr und die Lizenzierung der Produktion von Patriot-Systemen.
Laut Einschätzung der Financial Times habe Donald Trump in Ankara überraschend seinen Ton gegenüber der Ukraine geändert. Europäische Diplomaten erklärten dies kurz: „Trump liebt Gewinner“.
Drei Hauptthemen des Gipfels
Laut Selenskyj waren die drei am intensivsten diskutierten Themen auf dem NATO-Gipfel in Ankara die Ukraine, der Naher Osten und China. Dies unterstreicht die wachsende Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft für die Rolle Pekings in globalen Konflikten und seinen potenziellen Einfluss auf deren Beilegung.