In Peking entbrennt ein diplomatischer Streit zwischen China und der Europäischen Union. Der offizielle Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, reagierte bei einer Pressekonferenz scharf auf jüngste Aussagen europäischer Diplomaten. Im Zentrum des Konflikts stehen Vorwürfe, China bilde russische Militärs für den Einsatz im Ukraine-Krieg aus.
Scharfe Reaktion Pekings
Lin Jian verzichtete auf diplomatische Euphemismen und bezeichnete die Behauptungen der EU-Vertreter als "grundlos" und "reine Verleumdung". Der Pressesprecher des chinesischen Außenministeriums wies diese Anschuldigungen ohne zusätzliche Erklärungen oder Gegenargumente ab und beschränkte sich auf eine kategorische Verneinung.
Vorwürfe von Kaja Kallas
Auslöser der scharfen Reaktion Pekings waren die Worte von Kaja Kallas, der Hohen Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik. Sie erklärte, die EU verfüge über bestätigte Informationen, wonach chinesische Militärs russische Soldaten für den Kriegseinsatz ausbilden.
Laut Kallas hat die europäische Seite bereits entsprechende Informationen erhalten. Demnach habe China die Ausbildung von Hunderten russischer Soldaten an mehreren Standorten auf seinem Territorium durchgeführt. Ein Teil dieser Soldaten soll sich bereits im Fronteinsatz befinden. Dies widerspricht offiziellen Erklärungen Pekings, die zuvor gegenüber der europäischen Seite abgegeben wurden.
Details des Vorfalls
Zuvor berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass China Ende 2025 heimlich etwa 200 russische Militärs ausgebildet habe. Die Ausbildung fand an Einrichtungen in Peking und Nanjing statt. Zu den wichtigsten Ausbildungsbereichen gehörten:
- Steuerung unbemannter Fluggeräte (Drohnen);
- Elektronische Kampfführung;
- Taktik der Panzerinfanterie.
Der diplomatische Vorfall entwickelt sich somit zu einem ernsthaften Streit über Fakten, bei dem jede Seite an ihrer Version der Ereignisse festhält.