Chinas geheimes Raumfahrzeug, inoffiziell als „Shenlong“ („Göttlicher Drache“) bekannt, hat erneut die Aufmerksamkeit der globalen Expertengemeinschaft auf sich gezogen. Jüngsten Analysedaten des Astrophysikers Jonathan McDowell zufolge, die auf Berichten der US-Weltraumkräfte basieren, hat das Raumschiff über einen Zeitraum von drei Monaten wiederholt einen kleinen Satelliten ausgesetzt, zurückgeholt und erneut in die Umlaufbahn gebracht. Solche Operationen zeugen von der hohen technologischen Reife des chinesischen Raumfahrtprogramms.

Chronologie der Orbitalmanöver und Operationen

Eine detaillierte Analyse der Tracking-Daten zeigt, dass das Raumfahrzeug am 21. Juni einen Satelliten mit der Kennung 2026-024H aussetzte. Um den 12. Juli näherte sich das Raumflugzeug dem Objekt an und holte es vermutlich mittels eines Roboterarms zurück. Ende August folgte ein zweiter Start desselben Satelliten, der sich daraufhin mehrere тысячі Kilometer weit bewegte. Die finale Annäherung und der erneute Fang wurden zwischen dem 10. und 13. September 2026 registriert.

Widersprüchliche Daten

Während der September-Operationen ortete das US-Überwachungssystem kurzzeitig ein zweites Objekt, was Spekulationen über den Start eines weiteren Satelliten auslöste. Der unabhängige Experte Jonathan McDowell neigt jedoch zu der Annahme, dass es sich hierbei eher um einen doppelten Datensatz im Überwachungskatalog als um ein neues echtes Objekt handelte. Peking hüllt sich offiziell in Schweigen und gibt weder technische Spezifikationen noch den wahren Zweck der Shenlong-Mission preis, deren Konfiguration an den amerikanischen X-37B erinnert.

Vergleich mit Gegenstücken und strategische Bedeutung

Experten betonen einen wesentlichen Unterschied zwischen dem chinesischen Fahrzeug und seinem US-Gegenstück X-37B, das laut der Secure World Foundation bisher nicht bei aktiven Annäherungen oder Manipulationen an anderen Objekten im Orbit beobachtet wurde. Shenlongs Fähigkeit, präzise zu manövrieren, Raumfahrzeuge zu inspizieren und zu warten, eröffnet sowohl friedliche Wartungsperspektiven als auch potenzielle Möglichkeiten zur Inspektion fremder Infrastruktur, was im Westen Besorgnis auslöst.