Im chinesischen Internetsegment gewinnen Videoclips an Popularität, die Drohnen zeigen, die über Glasfaserkabel von unglaublicher Länge gesteuert werden. Auf den Aufnahmen sind riesige Trommeln mit Beschriftungen wie „500 km', „800 km' und sogar „1300 km' zu sehen. Visuell wirkt dies wie eine bahnbrechende Technologie, die die Regeln des Luftkriegs verändern könnte, doch hinter der Fassade der Innovation verbirgt sich ein simpler Marketingtrick.

Die Illusion der Unverwundbarkeit

Die Idee, Glasfaserkommunikation zur Steuerung von Drohnen einzusetzen, ist für Militäranalysten tatsächlich attraktiv. Im Gegensatz zur Funkkommunikation kann Glasfaser nicht durch elektronische Kampfführung (EW) gestört werden. Wenn es eine Drohne gäbe, die 1300 Kilometer fliegen könnte, während sie durch ein „Kabel' mit dem Bediener verbunden bleibt, würde dies für die Luftabwehrsysteme des Gegners kolossale Probleme schaffen. Eine Echtzeitsteuerung ohne Risiko eines Signalverlusts wäre ein idealer Szenario.

Doch wie Experten des Portals Defense Express feststellen, lautet die Antwort auf die Frage nach der Realität solcher Geräte ein kategorisches „Nein'. Das Problem liegt nicht im Ingenieursdenken, sondern in den fundamentalen Gesetzen der Physik.

Physische Grenzen

Haupt Hindernis für die Schaffung solcher Systeme ist die Dämpfung des Signals. Der Laserstrahl, der Daten durch die Glasfaser überträgt, wird unvermeidlich gestreut, je weiter er zurücklegt. Je länger das Kabel, desto schwächer ist das Signal am Ausgang.

Analysten weisen auf folgende Faktoren hin, die die Reichweite begrenzen:

  • Die Wellenlänge des verwendeten Lichts.
  • Typ und Qualität der Faser selbst.
  • Die Art der Wicklung der Trommel.
  • Die Leistung des Sende-Equipments.

Selbst bei Verwendung der fortschrittlichsten Ausrüstung und idealen Bedingungen beträgt die theoretische Grenze für die direkte Signalübertragung ohne Verstärker etwa 200 Kilometer. Um die Reichweite zu erhöhen, sind Signalrepeater erforderlich, die nicht innerhalb einer einzigen riesigen Trommel untergebracht werden können, die an Bord einer Drohne aufgewickelt ist.

Marketing statt Innovation

Die Aufdeckung kam von Experten, die die Herkunft der Videos analysierten. Es stellte sich heraus, dass die vorgestellten riesigen Trommeln nur ein Werbegag sind. Die Trommeln selbst wurden mit einem 3D-Drucker hergestellt und enthalten kein optisches Glasfaserkabel. Ihr Ziel ist es, einen visuellen Effekt zu erzeugen und die Aufmerksamkeit auf Internetseiten zu lenken, auf denen echte, aber viel bescheidenere Trommeln für 10–60 Kilometer verkauft werden.

Die Entwickler hofften darauf, dass durchschnittliche Zuschauer, die mit der Physik der Datenübertragung nicht vertraut sind, an die Existenz eines „magischen' Produkts glauben, das die Naturgesetze verletzt. Solche Inhalte verbreiten sich schnell und erzeugen den Anschein eines technologischen Durchbruchs, der in Wirklichkeit nur eine schöne Illustration ist.

Echte Entwicklungen Chinas

Trotz des Betrugs mit den Trommeln entwickelt China weiterhin aktiv Tarnungstechnologien für Drohnen. Kürzlich wurde über die Entwicklung einer neuen Serie von Aerosolbeschichtungen der XRAM-C-Serie berichtet. Diese Farbe kann Drohnen vor Radaren verbergen, indem sie Radiowellen absorbiert und in Wärme umwandelt, im Gegensatz zu gewöhnlichem Metall, das das Signal reflektiert. In diesem Fall handelt es sich um echte Technologien, die in der Lage sind, die Erkennungssysteme des Gegners zu „blenden'.