In Papua-Neuguinea entfaltet sich ein Vorfall, der als potenzielle Sicherheitsbedrohung begann und sich inzwischen zu einer diplomatischen Angelegenheit entwickelt hat. Am 30. Oktober wurde laut Berichten australischer Medien in einem Frachtcontainer im großen Hafen von Port Moresby ein Gegenstand entdeckt, bei dem es sich vermutlich um eine Artilleriegranate handelt. Im Zusammenhang mit dem Fund wurden vier chinesische Staatsbürger festgenommen. Polizei und militärische Experten für Sprengstoffe waren vor Ort, sperrten das Gebiet ab und beschlagnahmten das Objekt für eine weitere Untersuchung.
Reaktion von Polizei und Militär
Der Polizeichef von Papua-Neuguinea, David Manning, lobte in der vergangenen Woche die Arbeit der an dem Vorfall beteiligten Einsatzkräfte. Seinen Angaben zufolge handelte die Polizei sofort nach Erhalt der Meldung über den Fund der Artilleriegranate, um diese unschädlich zu machen: Das Gebiet wurde abgesperrt, um eine Gefahr für umstehende Personen auszuschließen, und Spezialisten für Entschärfung von Polizei und Armee untersuchten den Gegenstand und brachten ihn an einen sicheren Aufbewahrungsort. Die festgenommenen chinesischen Staatsbürger befinden sich derzeit in Port Moresby in Gewahrsam.
Position der chinesischen Botschaft
Am 3. November veröffentlichte die chinesische Botschaft in Port Moresby eine Erklärung in den sozialen Medien, in der die Beschaffenheit des entdeckten Gegenstandes neu bewertet wurde. Nach Informationen des betroffenen Unternehmens und den Ergebnissen einer "Inspektion vor Ort" handelte es sich bei dem Objekt, das als "Feuerwerkskörper" oder Granate galt, tatsächlich um eine Weinflasche in Form einer Kanonenkugel. Die Botschaft betonte, dass der Gegenstand "keinerlei Gefahr" darstelle.
Warten auf Untersuchungsergebnisse
Chinesische Amtsträger spielten zudem die Möglichkeit des illegalen Schmuggels chinesischer Militärwaffen nach Papua-Neuguinea herunter. Sie erklärten, dass sie der Polizei des Landes weiterhin umfassende Informationen zur Situation zur Verfügung stellten und die offiziellen Ergebnisse der polizeilichen Untersuchung abwarteten. Somit wird der endgültige Status des Gegenstandes – Munition oder harmlose Souvenirflasche – erst nach Abschluss der Untersuchung feststehen, während die vier Festgenommenen weiterhin in Gewahrsam bleiben.