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title: "Präzision bis 0,2 %: Chinesische Wissenschaftler haben die Krümmung der Raumzeit mit Rekordgenauigkeit gemessen"
description: "Chinesische Wissenschaftler haben einen neuen Weltrekord in der Präzision der Überprüfung von Einsteins Relativitätstheorie aufgestellt. Der Messfehler bei der Krümmung der Raumzeit betrug nur 0,2 %, was 50-mal genauer ist als bei früheren Versuchen. 🛰️📐"
date: 2026-08-02T14:41:18.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/chinesische-wissenschaftler-haben-die-krummung-der-raumzeit-mit-rekordgenauigkeit-gemessen
tags: [einstein, general-relativity, nature, china, lense-thirring-effect]
publisher: "XAB.info"
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# Präzision bis 0,2 %: Chinesische Wissenschaftler haben die Krümmung der Raumzeit mit Rekordgenauigkeit gemessen

![Ingenieure in einem Reinraum montieren ein hochpräzises Weltrauminstrument zur Messung von Gravitation und Raumzeitkrümmung](https://xab.info/media/2026/08/02/kitayskie-uchenyie-zafiksirovali-iskrivlenie-prostranstva-vremeni-s-rekordnoi-tochnostiu/kitayskie-uchenyie-zafiksirovali-iskrivlenie-prostranstva-vremeni-s-rekordnoi-tochnostiu-1.webp)

Die moderne Physik hat eine starke Bestätigung erhalten: Chinesische Forscher des Wuhan-Instituts für Physik und Mathematik haben im Fachjournal Nature Ergebnisse veröffentlicht, die als das genaueste praktische Beweisstück für Albert Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie gelten. Den Wissenschaftlern gelang es zu messen, wie die Masse der Erde die Raumzeit „krümmt', und dabei eine beispiellose Messgenauigkeit zu erreichen.

### Lense-Thirring-Effekt und rekordverdächtige Genauigkeit

Im Zentrum der Studie steht der sogenannte „Frame-Dragging-Effekt' oder Lense-Thirring-Effekt. Dieses Phänomen, das bereits 1918 modelliert wurde, besagt, dass ein massereicher rotierender Körper den umgebenden Raum verzerrt. Je schwerer der Körper und je schneller seine Rotation, desto stärker ist diese Verzerrung.

Der entscheidende Durchbruch war die Reduzierung des Messfehlers. Während die Unsicherheit bei früheren Versuchen bis zu 10 Prozent betrug, lag sie im neuen Experiment bei nur 0,2 Prozent. Dieses Ergebnis bestätigt nicht nur Einsteins Theorie, sondern schränkt auch alternative Gravitationsmodelle, die versuchen, diese mit der Quantenmechanik zu vereinen, stark ein.

### Technische Umsetzung des Experiments

Für die Messungen wurde ein spezialisierter Satellit eingesetzt. Seine Konstruktion zeichnet sich durch hohe Dichte und Masse aus, was den Einfluss nicht-gravitativer Kräfte auf einer mittleren Umlaufbahn minimiert. Die gesamte Oberfläche des Satelliten ist mit 303 Eckreflektoren bedeckt.

Das Experiment dauerte von Juli 2022 bis Juni 2025. In diesem Zeitraum bestrahlten Bodenstationen den Satelliten mit Laserstrahlen und zeichneten die reflektierten Signale auf. Es entstand schließlich eine Datenbank mit 200.000 Beobachtungen mit einer Genauigkeit von bis zu 1 Millimeter.

### Bekämpfung von Störungen und Endergebnisse

Eine der größten Herausforderungen waren die Gezeiten von Ozeanen und Land, verursacht durch die Gravitationswirkung von Mond und Sonne. Den Wissenschaftlern gelang es, dieses Problem durch den Zeitfaktor zu lösen: Der Einfluss der Gezeiten kompensiert sich gegenseitig in einem Präzessionszyklus von 1050 Tagen. Die Bereinigung der Daten von Störungen erfolgte mit der Software GEODYN, die vom Goddard Space Flight Center der NASA entwickelt wurde.

Nach der Datenverarbeitung stellten die Physiker fest, dass sich die Satellitenbahn aufgrund der Erdrotation um 61,3 Bogensekunden pro Jahr verschiebt. Der erhaltene Wert stimmte perfekt mit den theoretischen Vorhersagen Einsteins überein. Die Autoren betonen, dass dieses Ergebnis strenge Grenzen für alternative Theorien wie die Chern-Simons-Gravitation setzt.