Ukrainische Rüstungshersteller, insbesondere im Bereich der unbemannten Systeme, zeigen Bestrebungen zur vollständigen Lokalisierung der Produktion. Die Realität sieht jedoch anders aus: Ein erheblicher Teil der kritisch wichtigen Komponenten stammt weiterhin aus dem Ausland. In Kriegszeiten, in denen die Stabilität der Lieferketten eine Frage von Leben und Tod ist, wird die Importabhängigkeit zu einem der größten Probleme der Branche.
Abhängigkeit von chinesischen Komponenten
Laut Daten des Materials von RBC-Ukraine „Chinesischer Akzent. Woraus ukrainische Drohnen bestehen und welche Teile der Rüstungsindustrie fehlen“, kann der Anteil chinesischer Komponenten bei der Herstellung bestimmter Waffentypen bis zu 40 % betreffen. Dies gilt sowohl für Mikroelektronik als auch für spezialisierte Chips, die für die Steuerung und Flugstabilisierung von Drohnen erforderlich sind.
Vertreter der Rüstungsindustrie betonen, dass das Problem nicht nur in der Verfügbarkeit von Teilen liegt, sondern auch in deren systematischer Lieferung. Boris Budejanski, Direktor des Technologieunternehmens BlueBird Tech, merkte an: „Für den Krieg ist es entscheidend, dass Komponenten nicht nur einmalig, sondern systematisch und in großen Mengen beschafft werden können.“
Mangel an Schlüsselkomponenten
Zu den am stärksten mangelsenden Positionen zählen nach Angaben der Hersteller:
- Mikroelektronik;
- GNSS-Navigationsmodule;
- Inertialsysteme;
- Sensoren und optische Ausrüstung;
- Thermovision-Matrizen;
- Akkusysteme;
- Spezialisierte Chips zur Steuerung und Flugstabilisierung.
Besonders akut ist die Situation mit Glasfaserkabeln, die in der Ukraine nicht produziert werden. Der Geschäftsführer von NAUDI, Serhij Hontscharow, teilte mit, dass die Weltmarktpreise für diese Produkte aufgrund der hohen Nachfrage seitens der Rüstungsindustrie und der Entwicklung von Rechenzentren erheblich gestiegen sind.
Auswirkungen auf die Produktion
Schon der Austausch einer einzelnen Komponente erfordert oft wiederholte Tests des Produkts, die Anpassung der Software und die Neukonfiguration der Produktionsprozesse. Dies wirkt sich direkt auf die Produktionsgeschwindigkeit und die Auftragsabwicklung aus. Das Unternehmen „General Tschereschnja“ betont, dass die Vorhersehbarkeit der Lieferungen ein Schlüsselfaktor für die Aufrechterhaltung des Arbeitstempos ist.
Übernahme der Initiative im Drohnenkrieg
Trotz der Lieferprobleme entwickelt die ukrainische Seite ihre Fähigkeiten im Bereich der unbemannten Systeme weiter. Der Soldat des 413. Regiments der Drohnenstreitkräfte „Reid“, Iwan Kyrytschewskyj, erklärte, dass die Ukraine die Initiative im Drohnenkrieg übernommen hat und die Logistik der russischen Truppen systematisch zerstört.
Laut ihm erzielt nicht nur die technologische Entwicklung den größten Effekt, sondern auch die Ausbildung von Operatoren, die gelernt haben, Drohnen als eines der wichtigsten Instrumente auf dem Schlachtfeld einzusetzen. Dies ermöglicht es, Mängel bei der Lieferung von Komponenten effektiv zu kompensieren und eine hohe Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten.