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title: "Chinesisches „künstliches Sonnenlicht' überwindet Hürde: Rekordmagnete für Fusionsreaktor bestehen Tests"
description: "Das chinesische Institut ASIPP hat erfolgreich zwei rekordverdächtige Supraleitermagnete für einen Fusionsreaktor getestet. Einer davon wurde zum größten seiner Art in der Geschichte und übertraf die Analoga des ITER-Projekts. Dies bestätigt die vollständige technologische Unabhängigkeit Chinas und bringt den Start des „künstlichen Sonnenlichts' dem Jahr 2030 näher. ☀️⚛️🇨🇳"
date: 2026-07-16T00:45:22.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/chinesisches-kunstliches-sonnenlicht-rekordmagnete-fur-fusionsreaktor
tags: [china, asipp, fusion-energy, iter, superconducting-magnets]
publisher: "XAB.info"
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# Chinesisches „künstliches Sonnenlicht' überwindet Hürde: Rekordmagnete für Fusionsreaktor bestehen Tests

![Massiver D-förmiger Supraleitermagnet für den chinesischen Fusionsreaktor HL-2M auf blauem Ausstellungsboden](https://xab.info/media/2026/07/16/kitayskoe-iskusstvennoe-solnce-rekordnye-magnity-dlya-termoyadernogo-reaktora/kitayskoe-iskusstvennoe-solnce-rekordnye-magnity-dlya-termoyadernogo-reaktora-1.webp)

In China wurde ein Durchbruch bei der Entwicklung der Technologie des „künstlichen Sonnenlichts' – der Kernfusion – erzielt. Am Institut für Plasmaphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (ASIPP) in Hefei haben zwei Schlüsselkomponenten des zukünftigen Reaktors erfolgreich die Abnahme und Tests unter Volllast bestanden: vollständig inländische Supraleitermagnete.

Dieser Schritt gilt als eine der schwierigsten ingenieurtechnischen Hürden auf dem Weg zur kontrollierten Kernfusion. Der Erfolg bestätigt, dass China in der Lage ist, Ausrüstung auf Weltklasse-Niveau selbstständig zu produzieren, ohne von ausländischen Lieferungen abhängig zu sein.

### Rekordmagnet zur Plasmahaltung

Die Hauptneuheit ist ein toroidaler Magnet in D-Form, der zum größten supraleitenden Magneten für Fusionsanlagen in der Geschichte wurde. Seine Abmessungen sind beeindruckend: 21 Meter lang, 12 Meter breit, 3,3 Meter hoch und mit einem Gewicht von 582 Tonnen.

In seinen Eigenschaften übertrifft diese Komponente deutlich die Analoga, die im internationalen ITER-Projekt (ITER) verwendet werden. Das Volumen des neuen chinesischen Magneten ist 1,3-mal größer, und die gespeicherte Energie ist dreimal höher. In Zukunft werden 16 solcher Spulen zu einem Ring zusammengebaut. Jede von ihnen wird einen Strom von etwa 100 Kiloampere führen und im Zentrum des Plasmas ein Magnetfeld von 6,5 Tesla erzeugen.

Die Funktion des Magneten besteht darin, das glühende Plasma zu halten. Wie der Wissenschaftler des ASIPP, Yu Yu, erklärte, wirkt das starke Feld wie eine unsichtbare, aber extrem feste Zelle. Es hält eine Kugel mit einer Temperatur von 100 Millionen Grad in einer Vakuumkammer schwebend, ohne dass sie die Wände berührt und den Reaktor zerstört.

### „Zündkerze' und technologische Unabhängigkeit

Neben dem riesigen toroidalen Magneten bestand auch ein zweites Schlüsselelement die Tests: ein Hochtemperatur-Supraleiter-Zentralsolenoid. Der Ingenieur Qin Jinggan verglich ihn mit einer Zündkerze in einem Automotor. Genau dieses Element induziert und steuert den Plasmastrom, wovon direkt abhängt, ob der Reaktor „anzünden' und stabil arbeiten kann.

Hinsichtlich der gespeicherten Energie, der Anstiegsrate des Feldes und der Qualität der Verbindungen hat der Solenoid das weltweit führende Niveau erreicht. Der Direktor des ASIPP, Sun Yuntao, betonte, dass der Hauptwert dieses Erfolgs die vollständige technologische Selbstständigkeit ist.

Chinesische Spezialisten haben die gesamte Produktionskette lokalisiert: von der Herstellung supraleitender Bänder und kryogener Edelstahllegierungen bis hin zur Isolierung, Wicklung und dem Schutz vor dem Verlust der Supraleitung. In sechs Jahren Arbeit erhielt das Team 47 Patente und entwickelte 25 Branchenstandards.

### Ingenieurtechnische Präzision und wirtschaftliche Wirkung

Hinter den massiven Konstruktionen steht Arbeit mit extremer Präzision. Die Magnete müssen 60 Jahre lang zuverlässig bei einer Temperatur von −268,95 °C funktionieren, hohen Strom, intensive Strahlung und enorme mechanische Belastungen aushalten.

Eine der schwierigsten Aufgaben war die Wärmebehandlung von Niob-Zinn-Supraleitern. Eine Temperaturabweichung von nur wenigen Grad in einem Ofen mit Spulen von mehr als 10 Metern Länge hätte die Materialeigenschaften vollständig zerstören können. Den Ingenieuren gelang es, den Widerstand der inneren Verbindungen auf 0,04 Nanoohm zu reduzieren, was bei Strömen von 100 Kiloampere praktisch null Energieverluste bedeutet.

Eine wichtige Errungenschaft war auch die Kostensenkung. Das Solenoid-Team hat in sechs Jahren mehr als zehn Schlüsseltechnologien gemeistert und den Preis für Hochtemperatur-Supraleiterbänder von 400 Yuan (56 Dollar) pro Meter auf 100 Yuan gesenkt. Dies beseitigt eines der größten Hindernisse für die wirtschaftliche Tragfähigkeit zukünftiger Fusionskraftwerke.

### Roadmap bis 2030

Die erfolgreichen Magnettests eröffnen den Weg zur Umsetzung der ehrgeizigen Roadmap Chinas:

    - Bis Ende 2027 soll der Tokamak BEST fertiggestellt werden.

    - Etwa bis 2030 ist das Ziel, mit der Erzeugung von Fusionsenergie zu beginnen.

    - Der nächste Schritt wird die Erstellung eines Demonstrationsreaktors CFEDR sein, der zum ersten Fusionsdemonstrationskraftwerk der Welt werden soll.

Trotz des Erfolgs bewahren die Experten einen vorsichtigen Optimismus. Qin Jinggan warnte, dass die Magnettests nur etwa 80 % der Aufgabe darstellen. Es steht noch die vollständige Montage der Maschine und eine langfristige Prüfung des gesamten Systems unter extremen Bedingungen bevor.