Nach Moskau ist der Direktor der US-Auslandgeheimagentur CIA, John Ratcliffe, eingetroffen. Laut Berichten amerikanischer Medien landete ein US-Militärtransportflugzeug auf dem Flughafen Wnukowo, woraufhin eine Kolonne von Fahrzeugen mit diplomatischen US-Kennzeichen durch die russische Hauptstadt fuhr. Dies berichtete die CBS-News-Journalistin Jennifer Jacobs, wie RBC-Ukraine meldet. Offizielle Vertreter beider Seiten geben den Zweck des Besuchs der US-Delegation und die vollständige Passagierliste an Bord des Flugzeugs nicht bekannt.
Die Route des Flugzeugs: von der Andrews Air Force Base über Riga
Laut dem Flugverfolgungsdienst Flightradar24 handelt es sich um ein US-Militärtransportflugzeug Boeing C-17 Globemaster III mit der Kennung RCH4555, das aus Riga in Russland eintraf. Laut derselben Telemetrie landete dieses Flugzeug am 23. August in Riga und startete von der Andrews Air Force Base im Bundesstaat Maryland – jener Basis, von der traditionell die Flugzeuge des US-Präsidenten Donald Trump und anderer hochrangiger Beamter starten. Eine solche Route – über einen Transitpunkt im Baltikum – ist charakteristisch für geschlossene diplomatische und nachrichtendienstliche Reisen, bei denen die öffentliche Begleitung des Flugzeugs minimiert wird.
Konvoi mit diplomatischen Kennzeichen in der Hauptstadt
Kurz nach der Landung des Flugzeugs auf dem Moskauer Flughafen registrierten Beobachter eine Kolonne von Fahrzeugen mit Kennzeichen des diplomatischen Korps der USA. Das Erscheinen eines solchen Konvois wurde zu einer indirekten, aber auffälligen Bestätigung dafür, dass an Bord ein hochrangiger US-Beamter war. Weder das Außenministerium noch die CIA kommentierten offiziell die Zusammensetzung der Delegation, und der Zweck des Besuchs Ratcliffes in der russischen Hauptstadt wurde öffentlich nicht offengelegt.
Position des Kremls: „Wir verfügen nicht über Informationen“
Im Kreml reagierte man auf die Landung des US-Flugzeugs zurückhaltend. Laut dem Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, verfügt der Kreml, wie er sagte, nicht über Informationen zur Landung des US-Flugzeugs. Er fügte hinzu, dass keine Treffen mit Vertretern des Weißen Hauses für die russische Führung geplant waren. Diese Formulierung bestätigt oder widerlegt die Tatsache der Ankunft Ratcliffes faktisch nicht, sondern beschränkt sich auf eine Aussage über das Fehlen offizieller Kontakte.
Widersprüchliche Daten
Hier liegt ein Widerspruch der Versionen vor. Einerseits registriert die Telemetrie von Flightradar24 die Landung des US-Boeing C-17 auf Wnukowo, und CBS News behauptet unter Berufung auf eigene Quellen, dass an Bord gerade der CIA-Direktor John Ratcliffe war; eine Reihe russischer und europäischer Medien (darunter die „Nowaja Gaseta“) berichten über diesen Besuch als ersten solchen Besuch eines CIA-Chefs in Russland seit Beginn der besonderen militärischen Operation. Andererseits erklärt der offizielle Kremlsprecher Peskow, dass der Kreml „nicht über Informationen“ zur Landung verfüge und dass keine Treffen mit Vertretern des Weißen Hauses geplant seien. Das heißt, unabhängige Daten zum Flug und Berichte amerikanischer Medien widersprechen der öffentlichen Position der russischen Führung, die weder die Ankunft eines bestimmten Beamten noch die Bereitschaft zu Kontakten bestätigt. Bis zu offiziellen Erklärungen beider Seiten bleiben beide Versionen auf der Ebene des öffentlichen Narrativs unvereinbar.
Bedeutung des Besuchs im Gesamtbild
Unabhängig davon, welche konkreten Verhandlungen oder Kontakte geplant sind, wird die bloße Tatsache der Ankunft des CIA-Chefs in Moskau auf einem Militärflugzeug, das von der Präsidentenbasis Andrews gestartet ist, von Beobachtern als Signal für einen möglichen geschlossenen Kommunikationskanal zwischen den Nachrichtendiensten oder als Vorbereitung auf einen breiteren Dialog wahrgenommen. Das Fehlen offizieller Kommentare beider Seiten verstärkt den Geheimhaltungseffekt: Weder der Zweck des Besuchs noch die Zusammensetzung der Delegation noch die Ergebnisse möglicher Kontakte werden öffentlich offengelegt, was Raum für verschiedene Interpretationen lässt und weitere Verifizierung im Zuge des Erscheinens offizieller Erklärungen erfordert.