In der Nacht zum 31. Juli ereignete sich im Kryptoraum ein massiver Vorfall, der die Hardware-Wallets von Coldcard betraf. Angreifer gelang es, 594,48 BTC zu stehlen, was einem Wert von etwa 38,2 Millionen US-Dollar entspricht. Rund 500 Nutzer, die Geräte dieser Marke besaßen, waren von der Attacke betroffen.
Blitzschneller Angriff und verwundbare Software
Analysten des Dienstes Lookonchain waren die ersten, die auf die anomale Aktivität in der Blockchain aufmerksam machten. Die Hacker zeigten eine hohe Effizienz: Die gesamte Operation zur Verlagerung der Mittel dauerte weniger als 30 Minuten. Nach dem Diebstahl wurden alle gestohlenen Coins auf einer einzigen Adresse (bc1qnk) zentralisiert und sind seither nicht weiter bewegt worden.
Eine detaillierte Analyse der betroffenen Konten ergab, dass jedes davon mehr als 0,15 BTC enthielt und nur eine einzige Signatur besaß. Ein erheblicher Teil der Vermögenswerte lag seit Jahren ungenutzt, wobei das Alter der Bitcoins zwischen 2021 und 2026 variierte.
Der Hersteller der Geräte, das Unternehmen Coinkite, bestätigte in seinem Blog das Vorhandensein einer Schwachstelle in der Firmware der Wallets. Die Projektvertreter geben jedoch bisher kein direktes Eingeständnis zum Hack spezifischer Nutzer ab, sondern konzentrieren sich auf die technische Seite des Problems.
Umfang des Problems und Empfehlungen
Die Schwachstelle erwies sich als systemisch und betrifft ein breites Spektrum an Geräteversionen. Das Problem wurde in allen Firmware-Versionen des Modells Mk3 ab Version 4.0.1 festgestellt. Darüber hinaus erstreckt sich das Risiko auf Seed-Phrasen, die auf den Modellen Mk4 und Mk5 vor Version 5.6.0 generiert wurden, sowie auf Q-Geräte vor Version 1.5.0Q.
Das Team von Coinkite hat alle Besitzer von Hardware-Geräten dringend aufgefordert, die Software so schnell wie möglich zu aktualisieren, um eine Wiederholung solcher Vorfälle auszuschließen. Derzeit führt das Unternehmen eine interne Untersuchung der Umstände des Datenabflusses durch.
Kontext der Kryptosicherheit
Dieser Vorfall fügt sich in eine Reihe großer Angriffe auf die Krypto-Infrastruktur ein, die in letzter Zeit verzeichnet wurden. Im Dezember 2025 war das Browser-Erweiterung Trust Wallet Opfer von Hackern geworden, wobei der Schaden 7 Millionen Dollar belief. Analysten von Blockaid bezeichneten das erste Halbjahr als rekordverdächtig in Bezug auf Anzahl und Umfang von Krypto-Hacks, was die Notwendigkeit einer ständigen Wachsamkeit bei der Sicherheit digitaler Vermögenswerte unterstreicht.