In der Ukraine wurde die vielbeachtete Aussage des Sonderbeauftragten des US-Präsidenten, Keith Kellogg, kommentiert, wonach Frauen zu einem Wehrdienst mobilisiert werden sollten. Der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation (CPD) beim NSRC, Andrej Kowalenko, betonte in seinem Telegram-Kanal eindeutig: Im Land findet keine Zwangsmobilmachung von Frauen statt und ist auch keine geplant; der Eintritt in die Streitkräfte der Ukraine ist ausschließlich auf freiwilliger Basis möglich. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die Veröffentlichung des CPD-Leiters.
Position des US-Vertreters
Kellogg wurde gefragt, ob er eine Mobilmachung von Frauen in der Ukraine für notwendig halte. Der US-Diplomat bejahte dies: «Halte ich es für nötig, dass Frauen mobilisiert werden? Meine Antwort lautet: Ja. Denn sie kämpfen nicht schlechter als Männer. Es ist sehr wichtig, dass Frauen als Teil der Gesellschaft in den Dienst gehen. Ich sehe darin weder auf persönlicher noch auf professioneller Ebene ein Problem.» Als Argument fügte er hinzu, dass seine Frau und seine Tochter selbst Soldatinnen seien. Genau diese Worte wurden zum Anlass für eine offizielle Klarstellung in Kiew.
Antwort des CPD: nur freiwillig
Andrej Kowalenko betonte, dass es in der Ukraine keine Entscheidungen über eine Mobilmachung von Frauen gebe und es auch keine geben werde. Nach seinen Worten können ukrainische Frauen ausschließlich freiwillig in den Wehrdienst eintreten, und eine Zwangsdienstleistung findet nicht statt. Der CPD-Leiter warnte zudem, dass die russische Seite das Thema der Frauenmobilmachung aktiv zur Verbreitung von Desinformation nutze, auch im Zuge solcher öffentlichen Aussagen westlicher Amtsträger, die anschließend aus dem Kontext gerissen und als «Bestätigung» angeblich vorbereiteter Einschränkungen präsentiert würden.
Kontext: Petition und Debatte über «verdeckte Mobilmachung»
Das Thema bleibt vor dem Hintergrund mehrerer paralleler Meldungen heikel. Auf der Website des ukrainischen Kabinetts der Minister wurde eine elektronische Petition mit dem Vorschlag registriert, eine Pflichtmobilmachung für kinderlose Frauen einzuführen; auf diese Initiative hat das CPD beim NSRC bereits reagiert. Separat wird im öffentlichen Raum der These der sogenannten «verdeckten Mobilmachung» von Ärztinnen und Apothekerinnen diskutiert, die in einer Reihe von Veröffentlichungen auftaucht und einer gesonderten Faktenprüfung bedarf.
Widersprüchliche Angaben
Hier ist es wichtig, zwei Linien ehrlich zu trennen. Einerseits hat sich der US-Sonderbeauftragte Keith Kellogg öffentlich dafür ausgesprochen, dass Frauen mobilisiert werden, und dies mit ihrem Kampfeinsatz und dem persönlichen Beispiel seiner Familie begründet. Andererseits hat der offizielle Vertreter der Ukraine, der CPD-Leiter Andrej Kowalenko, ausdrücklich erklärt, dass in dem Land keine Zwangsmobilmachung von Frauen stattfindet, nicht geplant ist und es auch nicht geben werde, und dass der Dienst nur freiwillig möglich sei. Somit sind die Position Washingtons (empfehlender Natur, im Sinne von «Frauen sollen in den Dienst gehen») und die Position Kiews (Fehlen einer Pflichtmobilmachung) nicht identisch und dürfen nicht vermischt werden. Zusätzlich tauchen in der Debatte eine Petition zur Pflichtmobilmachung kinderloser Frauen sowie Behauptungen über eine «verdeckte Mobilmachung» von Ärztinnen auf, die dem Grundsatz des ausschließlich freiwilligen Dienstes widersprechen und bislang durch offizielle Entscheidungen nicht bestätigt wurden.