Der Bereich der künstlichen Intelligenz steht vor der Herausforderung eines Energieengpasses, und zwei Technologie-Giganten bieten eine radikale Lösung an. Die Unternehmen Crusoe und Aalo Atomics haben eine strategische Partnerschaft angekündigt, deren Ziel die Schaffung der weltweit ersten spezialisierten „KI-Fabrik“ ist, die von kleinen modularen Kernreaktoren (SMR) betrieben wird. Dieses Projekt soll eine unterbrechungsfreie Stromversorgung für Hochleistungsrechnungen gewährleisten, die enorme Ressourcen erfordern.

Pilotstart in Idaho

Der erste Schritt zur Umsetzung dieses ehrgeizigen Plans wird der Start eines Pilot-Rechenzentrums des Cloud-Services Crusoe Spark sein. Der Start ist für 2027 auf dem Gelände der Idaho National Laboratory geplant. Das Projekt wird als umfassende Demonstration dafür positioniert, wie effizient die Kernenergieerzeugung die Anforderungen der künstlichen Intelligenz erfüllen kann.

Laut dem Geschäftsführer von Aalo Atomics, Matt Loschak, hat das Unternehmen bereits mit der Arbeit an einem zweiten Reaktor begonnen, der in der Nähe des 10-MW-Testreaktors Aalo-X stehen wird. Genau dieses System im kommerziellen Maßstab wird die Energiequelle für das zukünftige Crusoe Spark-Rechenzentrum sein.

Der Weg zur Kritikalität und Kommerzialisierung

Die Entwicklung der Reaktoren verläuft nach Plan. Aalo Atomics gehört zu den vier Unternehmen, die es geschafft haben, den Zustand der Kritikalität im Rahmen der Pilotprogramms des US-Energieministeriums (DOE Reactor Pilot Program) innerhalb der festgelegten Fristen zu erreichen. Experten von TheEnergyMag weisen jedoch darauf hin, dass das Erreichen der Kritikalität im Rahmen des Pilotprogramms noch nicht gleichbedeutend mit der vollständigen Genehmigung für die kommerzielle Nutzung ist.

Trotzdem haben die Partner klare Zeitpläne für die Skalierung festgelegt. Bis Ende 2029 sollen auf den Standorten von Crusoe Module der Aalo Pods und vollständige Kraftwerke auf SMR-Basis mit einer Gesamtleistung von 50 MW in Betrieb gehen.

Ausbau der Kapazitäten in Texas

Parallel zu den Kernenergie-Entwicklungen erweitert Crusoe aktiv seine Infrastruktur im Bundesstaat Texas. Das Unternehmen plant, den Campus in Goodnight durch den Bau von zwei zusätzlichen Gebäuden zu vergrößern. Die Kosten für diese Phase werden auf etwa 1 Mrd. USD geschätzt.

Laut einer Antragstellung beim staatlichen Lizenzierungs- und Regulierungsamt sollte der Bau des ersten Gebäudes am 1. August abgeschlossen sein und der des zweiten im März 2027. Insgesamt wird das Gelände mindestens sechs Gebäude umfassen. Der Strombedarf allein für die erste Phase wird bis zu 530 MW betragen, was den Umfang der energietechnischen Herausforderungen unterstreicht, die das Unternehmen bewältigen muss.

Umweltfragen und Regulierung

Die rasante Entwicklung von Rechenzentren in Texas ist nicht unbeachtet geblieben. Experten von Floodlight haben herausgefunden, dass Entwickler in der Region häufig vereinfachte Genehmigungen nutzen, um mit dem Bau eigener Kraftwerke zu beginnen, was es ihnen ermöglicht, die öffentliche Diskussion über potenzielle Umweltauswirkungen zu umgehen. Angesichts des Übergangs zur Kernenergie wird dieser Aspekt für die Öffentlichkeit und die Regulierungsbehörden besonders wichtig.