Der Mitbegründer von Rockstar Games und Hauptszenarist der legendären Serien Grand Theft Auto und Red Dead Redemption, Dan Houser, hat in einem jüngsten Interview eine Position vertreten, die für viele Fans eine Offenbarung sein könnte. Nach seinen Worten ist das Erreichen der Abspannrollen kein Selbstzweck. Der wahre Wert eines Spiels liegt darin, wie interessant es für den Spieler ist, in der geschaffenen Welt zu verweilen, selbst wenn er die Geschichte nicht bis zu ihrem logischen Abschluss durchspielt.

Handlung versus Handlungsfreiheit

Houser gab zu, dass er als Drehbuchautor natürlich wünscht, dass Geschichten bis zum Ende gelesen werden. Er hält dies jedoch nicht für eine zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Spiel. Wenn ein Gamer Freude am Erkunden von Orten, der Interaktion mit der Umgebung und einfach am „Erleben“ des Moments hatte, kann dies bereits als voller Erfolg der Entwickler gewertet werden.

Der Kernwert offener Welten liegt nach Housers Ansicht nicht in der linearen Erzählung, sondern in der Handlungsfreiheit und der Reaktionsfähigkeit der Spielsysteme. Genau diese Unvorhersehbarkeit des Geschehens schafft jenen „magischen“ Teil des Erlebnisses, für den Menschen Jahre später wieder zu den Projekten zurückkehren.

Ostereier, die Jahre überdauern

Am Diskurs beteiligte sich auch der langjährige Verbündete Housers und Mitbegründer des Studios Absurd Ventures, Lazlow Jones. Er erinnerte daran, dass das Team von Rockstar stets für seine Liebe zu komplexen Ostereiern bekannt war. Für deren Aufdeckung vergehen oft Jahre, und die Funde werden regelmäßig zu viralen Sensationen, lange nach dem Release des Spiels.

Dieser Ansatz unterstreicht die Philosophie des Studios: Die Spielwelt muss an sich tiefgründig und lebendig sein, unabhängig davon, wie viel Prozent der Handlung ein bestimmter Nutzer geschafft hat.