In Anbetracht des rasanten Wachstums der Anforderungen an die Infrastruktur für künstliche Intelligenz hat DapuStor ein umfassendes Update seines Portfolios an Unternehmensspeichern angekündigt. Vor dem Hintergrund eines globalen Mangels an Hochleistungs-Speicherlösungen hat der Hersteller Geräte vorgestellt, die mit Exabyte-Datenmengen zurechtkommen. Das Highlight der Präsentation waren die ersten Solid-State-Laufwerke (SSDs) der Branche mit einer Kapazität von 512 TB, die speziell für Aufgaben im Bereich generativer KI und Hochleistungsrechnen entwickelt wurden.

Serie R6060: Ein Durchbruch bei der Speicherdichte

Das Flaggschiff der neuen Produktlinie ist die R6060-Serie. Diese auf QLC-Flash-Speicherchips (Quad-Level Cell) basierenden Laufwerke bieten eine beispiellose Speicherdichte. Die Nutzung der PCIe 5.0-Schnittstelle gewährleistet die notwendige Bandbreite für den Umgang mit enormen Datenmengen. DapuStor positioniert diese Geräte als Lösung zur Senkung der Gesamtbetriebskosten (TCO) von Rechenzentren: Eine erhöhte Kapazität pro Modul reduziert die Anzahl der physischen Speichermedien, was sich direkt auf den Energieverbrauch und den Platzbedarf in Serverracks auswirkt.

Wichtig ist, dass die SSDs der R6060-Serie in den neuen EDSFF-Formfaktoren (Enterprise and Data Center SSD Form Factor) E3.L und E2 erhältlich sind. Dieser Standard soll die veralteten Formfaktoren von 2,5-Zoll-Laufwerken und U.2 ersetzen und bietet eine effizientere Kühlung sowie eine bessere Montage-Dichte.

Flüssigkühlung und spezialisierte Lösungen

Für Anwendungen, die eine maximale Gerätedichte erfordern, hat DapuStor das R6-Laufwerk im E1.S-Formfaktor mit einer Kapazität von 8 TB vorgestellt. Das Hauptmerkmal dieses Geräts ist das Flüssigkühlsystem. Im Gegensatz zur herkömmlichen Luftkühlung, die bei dicht gepackten Servern mit vielen GPUs zum Engpass wird, ermöglicht das Flüssigkühlsystem eine effiziente Wärmeabfuhr und erhält die hohe Leistung von TLC-Chips (Triple-Level Cell) auch bei lang anhaltenden Spitzenlasten.

Zudem hat das Unternehmen die Möglichkeiten einer flexiblen Speicherarchitektur mit der auf QLC-Speicher basierenden J5060-Serie erweitert. Diese Laufwerke sind für den Einsatz in mehrstufigen Speichersystemen (Tiered Storage) konzipiert, wo sie ultraschnelle SLC-Laufwerke ergänzen. Diese Konfiguration ermöglicht es KI-Systemen, gleichzeitig auf schnelle Zugriffe auf „heiße“ Daten und enorme Speicherkapazitäten für „kalte“ Archive zurückzugreifen.

Fehlertoleranz und neue Formfaktoren

In das neue Produktprogramm aufgenommen wurden auch zweikanalige SSDs der R6-Familie im E3.S-Formfaktor. Zwei Anschlüsse sind für Unternehmenssysteme von kritischer Bedeutung, da ein Ausfall eines Kommunikationskanals nicht zum Verlust des Datenzugriffs führen darf. Diese Geräte sind in zwei Konfigurationen erhältlich: Eine TLC-Version mit bis zu 30,72 TB und eine QLC-Version mit bis zu 61,44 TB. Diese Lösung eignet sich ideal für Clustersysteme, die hohe Zuverlässigkeit und ein Gleichgewicht zwischen Geschwindigkeit und Volumen erfordern.

Widersprüchliche Daten

Bei der Analyse der angegebenen Spezifikationen und Branchenbewertungen haben sich einige Diskrepanzen in Bezug auf die Kapazität der Flaggschiffmodelle ergeben. In offiziellen Pressemitteilungen zur Präsentation auf der FMS2026 gibt DapuStor den Debüt von Laufwerken mit einer Kapazität von 512 TB an. In einigen technischen Überprüfungen und Spezifikationen zur R6060-Serie im E1.L-Format werden jedoch Modelle mit einer Kapazität von 245,76 TB erwähnt. Experten gehen davon aus, dass 512 TB die maximale theoretische Kapazität für den E3.L-Formfaktor sein könnte, während 245,76 TB der aktuelle kommerzielle Standard für kompaktere Formfaktoren wie E1.L ist. Käufer sollten die genauen Spezifikationen bei der Bestellung von Hardware überprüfen, da Unterschiede in den Formfaktoren die endgültige Kapazität erheblich beeinflussen.