Für Millionen Ukrainer ist ein kritischer Zeitpunkt eingetreten: Bis zum 10. Juni 2026 muss der Prozess der Digitalisierung der papierbasierten Arbeitsbücher abgeschlossen sein. Die Ignorierung dieser Anforderung kann zu erheblichen finanziellen Verlusten in der Zukunft führen, da das System ohne elektronische Einträge Ihre Arbeitsverlauf nicht erfassen kann.
Versteckte Risiken für die Berufserfahrung und Rente
Die Expertin für Arbeitsrecht Halyna Katschnaij warnte im Fernsehen von «KIJEV24»: Wenn das Arbeitsbuch nicht über die Pensionskasse digitalisiert wird, fehlen in der Datenbank Bezeichnungen der Positionen, Arbeitsorte und andere Schlüsseldetails. Dies stellt eine direkte Bedrohung für die Bestätigung der Versicherungsdienstzeit dar.
Besonders akut ist das Problem für diejenigen, deren berufliche Tätigkeit vor 2004 begann. In den elektronischen Registern der Pensionskasse können Informationen aus diesem Zeitraum vollständig fehlen. Ohne die Digitalisierung des Papierdokuments riskieren diese Arbeitsjahre, für immer verloren zu gehen, was sich direkt auf die Höhe der zukünftigen Rente auswirkt.
Auswirkung auf Krankengeldzahlungen
Das Problem beschränkt sich nicht nur auf das Rentenalter. Das Fehlen vollständiger Daten im System beeinflusst auch aktuelle Sozialleistungen. Experten führen ein anschauliches Beispiel an: Bei der Ausstellung eines Krankenscheins kann die Buchhaltung die Leistung basierend auf 100 % des Verdienstes berechnen, doch das System der Pensionskasse, das keine bestätigte Berufserfahrung sieht, kann die Zahlung auf 70 % korrigieren.
Derartige Diskrepanzen entstehen genau aufgrund der Lücke zwischen der tatsächlichen Berufserfahrung des Mitarbeiters und den vom Staat verfügbaren Daten. «Wenn angegeben ist, dass es digitalisiert werden muss – digitalisieren Sie es. Die Zeit ist knapp. Versuchen Sie, dies so schnell wie möglich zu erledigen», fordert die Expertin.
Wie man Fehler bei der Einreichung von Dokumenten vermeidet
Spezialisten der Pensionskasse empfehlen, nicht nur die Dokumente einzureichen, sondern sie vor der Abgabe sorgfältig zu prüfen. Fehler in den Einträgen oder eine schlechte Qualität des Scannens können zu einer automatischen Ablehnung des Antrags führen. In diesem Fall muss der Prozess von vorne beginnen, wodurch wertvolle Zeit bis zur Frist verloren geht.
Für diejenigen, die derzeit offiziell beschäftigt sind, ist die Digitalisierung keine bürokratische Formalität, sondern eine Garantie für den Schutz ihrer Arbeitsrechte und die finanzielle Stabilität in der Zukunft.