Das Außenministerium der Ukraine hat die Umstände des Mai-Besuchs des russischen Geschäftsmanns Roman Abramowitsch in Kiew kommentiert. Der offizielle Sprecher des Außenministeriums, Georgiy Tikhyy, beantwortete während eines Briefings Fragen der Journalisten darüber, wie die Reise genau organisiert wurde und wer an den Verhandlungen beteiligt war.

Details der Reise: nicht mit dem Flugzeug

Journalisten waren daran interessiert, wer den Besuch organisierte, mit welchem Transportmittel der Oligarch reiste und mit wem er sich außer dem Präsidenten des Landes traf. Der Vertreter des Außenministeriums wich der Offenlegung konkreter organisatorischer Details aus, bestätigte jedoch den wichtigsten Fakt: Abramowitsch erreichte die ukrainische Hauptstadt mit einem Landfahrzeug.

„Was die konkreten Details der Organisation des Besuchs von Abramowitsch betrifft, nun, ich werde Sie hier mit nichts Interessantem überraschen. Und was ist der Unterschied? Spielt es eine Rolle, wie er gereist ist – mit dem Zug, mit dem Auto oder wie? Nun, man kann mit Sicherheit sagen, dass er nicht mit dem Flugzeug geflogen ist, das ist, denke ich, offensichtlich', erklärte Georgiy Tikhyy.

Ziel des Besuchs: Friedensinitiativen

Das Außenministerium erinnerte daran, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits offen über den Kontakt mit dem russischen Oligarchen gesprochen hatte. Tikhyy betonte, dass die Staatsführung jede Möglichkeit nutzt, um den Friedensprozess voranzutreiben.

„Ich kann einfach sagen, dass der Präsident der Ukraine jede, auch die geringste Möglichkeit nutzt, den Frieden zu nähern. Wenn es eine Möglichkeit gibt, die Friedensbemühungen irgendwie voranzubringen, wird der Präsident der Ukraine sie nutzen', fügte der Sprecher des Ministeriums hinzu.

Kontext des Treffens und finanzielle Fragen

Zur Erinnerung: Im Mai 2026 kam Roman Abramowitsch nach Kiew, um persönlich die Position der Ukraine bezüglich des Kriegsendes zu klären. In einem Interview mit dem Fernsehsender Sky News bestätigte Wolodymyr Selenskyj die Tatsache des Treffens und präzisierte, dass der Besuch von der russischen Seite initiiert wurde. Der Oligarch überbrachte eine Botschaft von Wladimir Putin.

Besonders hervorzuheben ist der finanzielle Aspekt, der mit dem Namen Abramowitsch verbunden ist. Zuvor hatte Selenskyj bei Gesprächen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in London die Frage der Mittel aus dem Verkauf des Fußballclubs „Chelsea', der dem russischen Geschäftsmann gehörte, angesprochen. Die britische Regierung hat 2,4 Milliarden Pfund Sterling aus diesem Geschäft für humanitäre Zwecke der Ukraine zurückgelegt, die Mittel wurden der kiewischen Seite jedoch bis heute nicht übergeben.