Der globale Elektronikmarkt steht vor einer beispiellosen Transformation. Die künstliche Intelligenz, die sich in den letzten Jahren rasant entwickelt hat, zeigt zunehmend ihren „Appetit“ auf Ressourcen: Nach Prognosen von Branchenexperten werden KI-Systeme in naher Zukunft mehr als 60 % der weltweiten Produktion von Arbeitsspeicher verschlingen. Dieses Ereignis wird zum Katalysator einer tiefgreifenden Krise, deren Folgen Verbraucher weltweit bereits spüren.
Das Monopol der drei Giganten und der Preisanstieg
Die Krise auf dem Markt für Mikrochips ist kein spontanes Phänomen. Seit 2022 wird ein rasanter Preisanstieg bei DRAM-Speichern verzeichnet, der in Spitzenzeiten unglaubliche 700 % erreichte. Die Situation wird durch eine übermäßige Konzentration der Produktion verschärft: Rund 90 % des gesamten Weltmarktes werden von nur drei Konzernen kontrolliert – Samsung, SK hynix und Micron.
Diese Oligopolstellung schafft eine einzigartige Situation, in der selbst kollektive Gerichtsverfahren gegen die Unternehmen den Anstieg der Halbleiterpreise nicht stoppen können. Der Markt befindet sich in einer Falle, in der die Nachfrage nach Chips für Rechenzentren und neuronale Netze die Möglichkeiten der traditionellen Produktion übersteigt.
Das Verschwinden einer Geräteklasse
Laut einem Bericht der Analyseplattform MyDrivers werden bis Ende 2026 mehr als die Hälfte der weltweiten Speicherkapazitäten ausschließlich in der Industrie für Cloud-Computing und KI eingesetzt werden. Dies wird zu einer radikalen Veränderung des Einzelhandels führen.
Experten prognostizieren das vollständige Verschwinden von Smartphones mit einem Preis von rund 220 Dollar aus den Geschäften bis 2027. Der Grund liegt in der veränderten Struktur der Selbstkosten: Aufgrund des Mangels werden die Kosten für den Einkauf allein von Speichermodulen und Speichereinheiten bis zu 60 % der Gesamtkosten eines Smartphones ausmachen. Für Hersteller wird es schlichtweg nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll sein, Budgetmodelle zu produzieren.
Rekordstarker Rückgang der Verkäufe und Lieferstau
Die Forschungsunternehmen IDC prognostiziert, dass die weltweiten Versandvolumen von Smartphones auf den niedrigsten Stand seit 2013 fallen werden. Ein ähnlicher steiler Abstieg erwartet auch den Markt für Personal Computer. Versuche der Marken, alternative Bezugsquellen zu finden, stoßen auf ernsthafte Hindernisse.
Ein gewisses Entlastungspotenzial hätten chinesische Fabriken wie CXMT und YMTC bieten können, die problemlos interne Aufträge für Huawei, Xiaomi oder OPPO abdecken. Für globale Unternehmen ist die Zusammenarbeit mit ihnen jedoch durch strenge Regulierungen und Sanktionen blockiert.
Kampf ums Überleben: Von Apple bis Lenovo
Unter diesen Umständen sind die größten Marktteilnehmer gezwungen, nach unkonventionellen Lösungen zu suchen. Apple führt derzeit aktive Lobbygespräche mit der Verwaltung von Donald Trump, um einen Ausweg aus der Versorgungskrise zu finden. Laut Einschätzungen des Branchenanalysten Ming-Chi Kuo würde jedoch selbst ein potenzielles Einbeziehen chinesischer Hersteller wie CXMT in die Lieferketten von Apple lediglich die physischen Risiken einer Chipknappheit verringern, aber keinesfalls die Endkosten für den Verbraucher senken.
Unter den aktuellen Bedingungen besteht die Hauptaufgabe für Marken vor allem darin, physisch überhaupt noch irgendeine Menge an Speicher in den Fabriken zu reservieren, nicht etwa über Rabatte zu verhandeln. Vertreter von Lenovo haben die Nutzer bereits aufgefordert, sich an die aktuelle Preispolitik zu gewöhnen und betont, dass das Zeitalter der übermäßig günstigen und gleichzeitig funktionalen Elektronik zu Ende geht.