Großbritannien vollzieht eine radikale Wende in der Strategie zur Modernisierung seiner Marine. London hat offiziell vom Bau neuer Zerstörer des Typs 83 Abstand genommen und die Ressourcen auf die Schaffung hybrider Schiffe gelenkt, die in der Lage sind, unbemannte Systeme zu steuern. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf die Verschärfung der Lage im Atlantik und die Aktivierung russischer U-Boote.

Von Zerstörern zu hybriden Plattformen

Statt traditioneller Kampfschiffe, die mit schwerer Rüstung bewaffnet sind, wird die Royal Navy neue Common Combatant Vessels (CCV) erhalten. Die Pläne sehen den Kauf von mindestens sechs solcher Einheiten vor, deren Bau in den 2030er Jahren beginnen soll. Das Hauptmerkmal dieser Schiffe ist ihre Rolle als Basis für Drohnen. Das britische Verteidigungsministerium hat sich zum Ziel gesetzt, die Feuerkraft der Flotte zu erhöhen, ohne die Kosten für die Besatzungen proportional zu steigern.

Die neuen Schiffe werden in Verbindung mit Fregatten der Typen 26 und 31 operieren und so ein mehrstufiges Schutzsystem schaffen. Die alten Projekte für Zerstörer mit Lenkflugkörpern wurden offiziell aus dem Investitionsprogramm gestrichen, was einen Paradigmenwechsel im britischen Schiffbau markiert.

Antwort auf die Bedrohung aus Moskau

Der Haupttreiber für die Veränderungen war die Aktivierung Russlands im Atlantik. Britische Minister äußern ernste Besorgnis über den Zustand der unterseeischen Kommunikationskabel, die Ziel von Sabotageakte werden könnten. Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken, wird die Flotte autonome Unterwasserdrohnen und Sensorplattformen erhalten, die für die Überwachung der Aktivitäten des Kremls bestimmt sind.

Im Rahmen des Kampfes gegen diese Bedrohung werden drei spezielle Programme launched, die auf den Schutz des Nordatlantiks und des hohen Nordens abzielen. Das Ziel der Initiative ist es, russischen U-Booten die Manövrierfreiheit in diesen Gewässern zu nehmen.

Spezialeinheiten und die „Schattenflotte“

Britische Kommandos erhalten einen Sonderetat in Höhe von 500 Millionen Pfund Sterling. Dieses Geld wird für den Kauf von Schnellbooten und Kampfdrohnen verwendet. Die Eliteeinheiten werden sich auf Operationen in der Region des Polarkreises konzentrieren. Beamte erklären direkt, dass die neue Technik zur Beschlagnahmung von Schiffen der russischen „Schattenflotte“ eingesetzt werden kann, was neue Möglichkeiten für Sanktionsdruck eröffnet.

Budgetkämpfe und die Krise der U-Boot-Flotte

Die Frage der Finanzierung der Modernisierung wurde zum Stein des Anstoßes. Der ehemalige Verteidigungsminister John Healey trat sogar zurück wegen der anhaltenden Budgetstreitigkeiten. Sein Nachfolger, Dan Jarvis, konnte zusätzliche 14,5 Milliarden Pfund Sterling sicherstellen. Obwohl diese Summe geringer ist als von den Militärs gefordert, gilt sie als ausreichend für den Start einer umfassenden Umstrukturierung der Flotte.

Allerdings steht die Royal Navy vor ernsthaften aktuellen Problemen. Die Situation mit den U-Booten hat einen kritischen Punkt erreicht: Derzeit befindet sich keines der verfügbaren Schiffe auf Patrouille. Zuvor hatte der Befehlshaber der britischen Marine, Gwyn Jenkins, gewarnt, dass Großbritannien am Rande steht, den Atlantik an Russland zu verlieren, was der erste Fall dieser Art seit dem Zweiten Weltkrieg gewesen wäre.