In der ukrainischen Regierung wurde eine harte Warnung ausgesprochen: Die Vorbereitung der Hauptstadt auf die Wintersaison ist von einer laufenden Aufgabe zu einer Frage der nationalen Sicherheit geworden. Das Kabinett der Minister plant, in naher Zukunft die Diskussion über die Situation in Kiew in einer Sitzung des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung (SNBO) zu initiieren.

Dies erklärte Ministerpräsidentin Julia Swiridenko. Ihrer Meinung nach diktiert die außerordentliche Bedeutung einer angemessenen Vorbereitung der Hauptstadt die Notwendigkeit, Entscheidungen auf höchster staatlicher Ebene zu treffen.

Direkte Verantwortung und kritische Verzögerungen

Die Regierungschefin betonte, dass die Sicherstellung der Winterbereitschaft von Kiew eine direkte Verantwortung der städtischen Behörden ist. Die aktuelle Situation bereitet jedoch ernste Besorgnis. Laut Swiridenko sieht die Regierung derzeit keine ausreichenden Fortschritte bei der Vorbereitung der Stadt auf die nächste Heizperiode.

„Es gibt Verzögerungen bei der Umsetzung einer Reihe wichtiger Maßnahmen, die umgehend behoben werden müssen', so die Ministerpräsidentin. Für die Behörden von Kiew gibt es derzeit keine wichtigere Priorität als die Vorbereitung auf den Winter. Gleichzeitig wies der Minister für Entwicklung von Gemeinden und Territorien, Alexei Kuleba, auf ein systemisches Problem hin: Die Hauptstadt hat bis heute keinen umfassenden Plan zur Sicherstellung der Widerstandsfähigkeit für den kommenden Winter verabschiedet. Der Beamte betonte die Notwendigkeit, die Vorbereitungsmaßnahmen in Form eines klaren und systematischen Dokuments zu formalisieren.

Budgetäre Möglichkeiten und strenge Fristen

Die Regierung erinnert die Stadtverwaltung von Kiew an die Ressourcen, die ihr zur Verfügung stehen. Kiew verfügt über das größte Budget aller Städte der Ukraine und hat alle notwendigen Möglichkeiten, eine angemessene Bereitschaft zu gewährleisten. Das Kabinett hat für die Stadtverwaltung von Kiew (KGGA) klare Fristen für die Durchführung der Arbeiten festgelegt und mehr als 4 Milliarden Hrywnja für die Umsetzung entsprechender Maßnahmen bereitgestellt.

Im Gegenzug für die Finanzierung fordert die Regierung einen detaillierten Bericht mit Angabe konkreter Fristen und verantwortlicher Personen. Die Arbeiten müssen im Rahmen des Widerstandsfähigkeitsplans von Kiew durchgeführt werden, den der Stadtrat bereits im März dieses Jahres verabschiedet hat. Die Ignorierung dieser Fristen und das Fehlen eines systematischen Ansatzes könnten Anlass für ein Eingreifen des SNBO sein.