Die ukrainische Marine hat Verstärkung aus den Niederlanden erhalten – ein neues Minenjagdboot der Alkmaar-Klasse. Die Übergabe erfolgte im Rahmen der Maritime Capabilities Coalition, die gegründet wurde, um die Ukraine im Kampf gegen die Minengefahr auf den Seewegen zu unterstützen.
Ein Name zu Ehren eines heldenhaften Minensuchers
Das neue Schiff trägt den Namen „Genitschesk' – in Erinnerung an einen Minensucher gleichen Namens, der während einer Kampfaufgabe versenkt wurde, als er Schiffe einer Spezialeinheit deckte. Dieser Name ist zum Symbol für den Mut und den Opfermut ukrainischer Seeleute geworden.
Stärkung der Minenabwehrkapazitäten
Wie die Marine der Streitkräfte der Ukraine betonten, wird das „Genitschesk' die Fähigkeiten der Flotte bei der Suche, Ortung und Beseitigung von Seeminen erheblich stärken. Die Marine verfügt nun über fünf Minenjagdboote: zwei der Sandown-Klasse ('Tscherkassy' und 'Tschernihiw') aus Großbritannien und drei der Alkmaar-Klasse – 'Melitopol', 'Mariupol' und nun das 'Genitschesk' aus Belgien und den Niederlanden.
Technische Daten und Bewaffnung
Das Schiff mit einer Verdrängung von 571 Tonnen hat eine Länge von 51,6 Metern, eine Breite von 8,9 Metern und einen Tiefgang von 3,8 Metern. Der Rumpf besteht aus Glasfaser, was eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Minenexplosionen gewährleistet. Die Bewaffnung umfasst ein 20-mm-Geschütz und drei 12,7-mm-Maschinengewehre.
Das Antriebssystem besteht aus einem Dieselmotor für lange Fahrten und einem System von Hilfsantrieben, die ein präzises Manövrieren während Minenabwehroperationen ermöglichen.
Ortung und Vernichtung von Minen
An Bord befindet sich eine Rumpfmontierte Sonarstation (Hull Mounted Sonar) zur Ortung von Unterwasserobjekten, einschließlich Minen. Unter schwierigen Bedingungen werden ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge und geschleppte Beobachtungssysteme eingesetzt.
Das Hauptmittel zur Beseitigung von Minen sind ROVs vom Typ SeaFox, die Objekte identifizieren und mit einer Sprengladung zerstören. Bei Bedarf werden Taucher für spezielle Sprengarbeiten herangezogen.
Ausbildung der Besatzung
Zuvor hatte die ukrainische Besatzung Übungen auf dem niederländischen Minensucher Zr.Ms. Makkum absolviert. An den Übungen nahmen 35 Seeleute teil, was auf eine sorgfältige Vorbereitung des Personals für den Einsatz des neuen Schiffes hindeutet.