Nach mehreren Monaten Verzögerung hat das Schwarzmeer-Salzwerk – das erste Unternehmen in der Ukraine zur Verarbeitung und Anpassung von importiertem Salz – im Mai 2026 die Volllast erreicht. Dieses Ereignis war ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Versorgung des Landes mit Speisesalz und eröffnete neue Möglichkeiten im Segment „Extra“.
Inbetriebnahme der Produktion und aktuelle Kapazitäten
Mitte Mai begann die Fabrik, Produkte auf der Hauptlinie zu produzieren. Das Sortiment umfasst Speisesalz in verschiedenen Fraktionen, Abfüllung in Säcke à 25 kg, Big-Bags sowie Schüttgut. Laut Vitalij Rudenko, dem CEO des Schwarzmeer-Salzwerks, sind alle Kapazitäten des Unternehmens bereits in Betrieb, und die Produktion ist in den Dauerbetrieb übergegangen.
Die Kapazität des neuen Werks beträgt 15.000 Tonnen Salz pro Monat. Dies ermöglicht die Deckung von etwa 50 % des inländischen Bedarfs an Salz. Das Werk nutzt hochtechnologische Lösungen und die Erfahrung türkischer Spezialisten der Firma Salt Plus, was es zum einzigen einheimischen Unternehmen macht, das Salz durch Verdampfung aus Salzlauge gewinnt.
Entwicklungsperspektiven und Zukunftspläne
Mittelfristig plant das Unternehmen, Salz aus dem Kujalnyzkyj-Liman in der Oblast Odessa zu fördern. Nach Berechnungen der Werksleitung wird dies eine Jahresproduktion von 200.000 Tonnen Salz ermöglichen und den Bedarf des Landes an Speisesalz vollständig decken. Ein solcher Schritt wäre ein bedeutender Beitrag zur Entwicklung der einheimischen Lebensmittelindustrie.
Überwindung von Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme
Der Bau des Schwarzmeer-Salzwerks begann bereits 2024, und die Inbetriebnahme war für Januar 2026 geplant. Aufgrund von anomalen Kälteeinbrüchen, Stromausfällen und der Überlastung türkischer Auftragnehmer musste der Start jedoch verschoben werden. Eine besondere Herausforderung stellte der Mangel an Fachkräften dar: Da das Unternehmen das einzige in der Ukraine ist, das Meeressalz durch Verdampfung gewinnt, fehlen ausreichend viele Spezialisten in diesem Bereich.
Beitrag zur Wirtschaft und Beschäftigung
Das Werk bot den Arbeitnehmern der 2022 zerstörten „Artemsol“ eine neue berufliche Perspektive. Derzeit arbeitet der Chefingenieur von „Artemsol“ im Werk und unterstützt bei der Entwicklung von Technologien, der Planung und der Suche nach Unternehmen, die technologische Lösungen bereitstellen können. Dies unterstützt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern bewahrt auch wertvolles Fachwissen.
Prognosen der Experten
Trotz der Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme prognostizieren Experten dem Unternehmen Erfolg in seiner Nische. Dmitrij Kaschtschuk, Direktor für Entwicklung der „Geologischen Investitionsgruppe“, stellte fest, dass das Schwarzmeer-Werk einfacher umzusetzen ist, geringere Kapitalinvestitionen erfordert und geringere Risiken birgt. Obwohl das Unternehmen den Bereich der Streusalzversorgung nicht vollständig abdecken wird, hat es in seiner Nische mit höherer Wertschöpfung gute Aussichten.