Die Ukraine wartet bereits seit einem halben Jahr auf eine Reaktion Pekings auf die vorgelegten Beweise für die Verwendung chinesischer Komponenten in russischen Waffen. Obwohl die Unterlagen der chinesischen Seite übermittelt wurden, hat es bisher keine offizielle Antwort oder irgendeine Handlung seitens der Volksrepublik China gegeben.
Tatsachen statt Worte
Dies erklärte Wladislaw Wlasjuk, der Sonderbeauftragte des ukrainischen Präsidenten für Sanktionspolitik. Laut ihm erhielten die chinesischen Behörden vor sechs Monaten Dateien mit erschöpfenden Daten und Seriennummern von Komponenten, die in russischer Technik gefunden wurden. In der vergangenen Zeit hat Peking jedoch keine spürbare Reaktion auf diese Beweise gezeigt.
Die Situation wird dadurch verschärft, dass der Anteil chinesischer Bauteile in russischen Waffen weiter steigt. Wlasjuk betonte, dass China neben den USA und Japan weiterhin eine der Hauptquellen für ausländische Teile ist, die in russische Waffensysteme gelangen.
Umfang der Abhängigkeit
Laut Daten, die Wlasjuk in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters nannte, stammen etwa 60 % der ausländischen Teile, die in russischen Waffen auf dem Schlachtfeld in der Ukraine identifiziert wurden, aus China. Dies bestätigt die These, dass Peking trotz seiner Aussagen zu einer „neutralen Position“ im Konflikt weiterhin aktiv mit Moskau zusammenarbeitet.
Chinesische Unternehmen liefern Güter mit dualer Verwendung, die direkt für die Herstellung von Waffen genutzt werden. Im April hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass die Ukraine unbestechliche Beweise für diese Tatsache besitzt, obwohl Peking offiziell weiterhin jede Lieferung von militärischer Hilfe bestreitet.
Pläne der russischen Industrie
Der Auslandsnachrichtendienst der Ukraine (SBU) berichtet von weitreichenden Plänen der russischen Industrie. In diesem Jahr plant Russland, 2 Millionen FPV-Drohnen mit chinesischen Teilen zu produzieren, um den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen. Dies zeigt, dass die Lieferketten trotz des internationalen Drucks und der Beweislage in Kiew ununterbrochen funktionieren.