Das Lutsker Theater „Garmider' bereitet die Inszenierung „Das Zimmer der Lewtschanowska' vor – ein Recherche-Theaterstück, das der ukrainischen Gesellschaftsaktivistin und Senatorin der Zweiten Polnischen Republik Jelena Lewtschanowska und ihrer Tochter Irina gewidmet ist. Das Projekt wird auf der Grundlage von Archivdokumenten und Familien Erinnerungen mit Unterstützung des Ukrainischen Kulturfonds erstellt, und seine Premiere ist im Oktober 2026 in Lutsk mit einer parallelen Videoversion geplant. Dies berichtet die Ausgabe Wave RBC.UA unter Berufung auf die Pressestelle der Regisseurin und Theaterleiterin Ruslana Porizkaja.
Eine Geschichte, die mit dem letzten Brief beginnt
Zentrales Motiv der Inszenierung wird der letzte Brief Jelena Lewtschanowskas an ihre Tochter. Nach der Machtergreifung der Sowjetmacht wurde die Senatorin verhaftet und starb 1940 durch die Hände des NKWD. In ihrem Sterbeappell an Irina bat sie, sich um zwei Katzen zu kümmern – eine weiße und eine graue. „Unter den Gedanken eines Menschen, der vor dem Tod steht, bleibt diese einfache Sorge um lebende Wesen, die von ihm abhängen', erklärt die Regisseurin Ruslana Porizkaja. Genau dieses Detail wird nach dem Konzept der Autoren zum emotionalen Kern des Theaterstücks.
Katzen als Symbol der Zärtlichkeit in Zeiten der Repression
Irina Lewtschanowska bewahrte jahrzehntelang das Familienarchiv und die Erinnerung an ihre Mutter. In den erhaltenen Materialien finden sich Fotografien, Postkarten, Collagen und ganze Alben, die den Katzen gewidmet sind; eines der Tiere nannte sie Luzik nach Lutsk. „Die Erinnerung an Mama bewahren, das Archiv sammeln, fotografieren, Collagen erstellen, sich um Tiere kümmern – als würde man beharrlich in seinem Leben Platz für Zärtlichkeit lassen, wo das System versuchte, den Menschen um alles Persönliche zu bringen', betont Porizkaja. Für die Tochter wurden die Katzen wahrscheinlich zur Stütze in der Einsamkeit.
Wohltätiger Bestandteil: Hilfe für ein Tierheim
Neben dem künstlerischen Teil umfasst das Projekt einen wohltätigen Bestandteil: Das Theater „Garmider' beginnt eine Zusammenarbeit mit einem Tierheim, um die Aufmerksamkeit auf die Vermittlung von Tieren in Familien zu lenken. Der wohltätige Teil des Projekts wird dem Andenken an Irina Lewtschanowska und ihrer Liebe zu Katzen gewidmet, wodurch die persönliche Familiengeschichte mit einem aktuellen sozialen Thema verbunden wird.
Format der Inszenierung und Teilnehmer
Das Recherche-Theaterstück wird auf der Grundlage von Archivdokumenten und Erinnerungen erstellt. An der Arbeit an den Bildern und Symbolen der Geschichte der Lewtschanowskas nehmen sechs Schauspielerinnen teil. Die Premiere von „Das Zimmer der Lewtschanowska' ist für Oktober 2026 in Lutsk geplant, und für ein breites Publikum ist die Übertragung einer Videoversion der Inszenierung vorgesehen.