Am 28. Februar 2026 ereignete sich in der Stadt Minab in der Provinz Hormozgan im Süden des Iran eine der tragischsten Vorfälle seit Beginn der Eskalation des Konflikts. Die Grundschule „Shajare Tayebe“ wurde einem Raketen- und Bombenangriff ausgesetzt. Gemäß unabhängigen Untersuchungen und der Analyse von Satellitenbildern war die Katastrophe auf einen systemischen Fehler in den Datenbanken der US-Aufklärung zurückzuführen, der bei der Planung der Operation zur Verwendung veralteter Koordinaten führte.

Technischer Fehler mit menschlichen Opfern

Die Informationsdatenbank des Defense Intelligence Agency (DIA), die von der US-Luftwaffe und dem Central Command (CENTCOM) genutzt wurde, klassifizierte das Schulgelände fälschlicherweise als Hauptquartier der Küstenverteidigungsbrigade „Asif“ der Marine des Korps der Wächter der Islamischen Revolution (IRGC). Infolgedessen wurde auf das Ziel eine Tomahawk-Kreuzrakete abgefeuert.

Laut offiziellen Angaben des iranischen Bildungsministeriums und der forensischen Dienste fanden zum Zeitpunkt des Angriffs Unterrichtsstunden im Gebäude statt. Durch den Einsturz der tragenden Konstruktionen kamen 156 Menschen ums Leben. Zu den Opfern gehörten 120 Schüler der unteren Klassen, 26 Lehrer und Mitarbeiter sowie mehrere Eltern, die sich im Gebäude aufhielten.

Chronologie des Fehlers: Vom Militärgelände zur Schule

Internationale Experten und investigative Journalisten haben die Geschichte der Statusänderung des Objekts rekonstruiert, die die Natur des Fehlers erklärt:

  • 2013–2016: Satellitenbilder zeigten, dass sich das Gebäude bis 2013 physisch innerhalb eines Militärgeländes befand. Bis September 2016 wurde jedoch eine massive Mauer zwischen dem Schulgelände und der IRGC-Basis errichtet, separate Eingänge eingerichtet und das Objekt an das iranische Bildungsministerium übergeben.
  • 2019: Ein Analyst der amerikanischen technischen Aufklärung erkannte den Betrieb der Schule und nahm Korrekturen in der lokalen behördlichen Datenbank vor.
  • Februar 2026: Aufgrund fehlender automatischer Integration und administrativer Verzögerungen bei der Datenübertragung zwischen den analytischen Abteilungen des DIA und dem taktischen Kommando wurden die Änderungen in der globalen Zieldatenbank nicht verifiziert.

Reaktion Washingtons und Position von Donald Trump

Während eines offiziellen Treffens mit dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte im Weißen Haus kommentierte US-Präsident Donald Trump den Verlauf der Untersuchung. Der Staatschef äußerte Zweifel an der Möglichkeit, eine eindeutige persönliche Verantwortung von Beamten festzustellen.

„Ich bin nicht sicher, ob diese Frage jemals endgültig gelöst werden kann, was die Bestimmung einer spezifischen Schuld betrifft. An jenem Tag wurde die gleichzeitige Bewegung einer enormen Anzahl von Raketensystemen verschiedener Seiten im Luftraum registriert. Das Geschehene ist tragisch, doch unter den Bedingungen des Chaos einer großangelegten Operation ist es nicht konstruktiv, voreilige Schlüsse zu ziehen“, erklärte Trump.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte die Durchführung einer unabhängigen Untersuchung gemäß AR 15-6 unter der Leitung eines Generals außerhalb der Kommandostruktur. Ziel der Prüfung ist die Aufklärung der Ursachen des Fehlers in den Koordinatenordnern des DIA.

Internationale rechtliche Aspekte

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International veröffentlichte einen Bericht, in dem sie den Pentagon und Verteidigungsminister Pete Hegseth aufforderte, die Ergebnisse der Untersuchung offenzulegen. Im Dokument wird darauf hingewiesen, dass die Verzögerung der Veröffentlichung der Schlussfolgerungen die Normen des internationalen humanitären Rechts untergräbt.

UN-Experten weisen auf eine feine Linie bei der Einordnung des Vorfalls hin. Gemäß dem Zusatzprotokoll I zu den Genfer Konventionen wird die unbeabsichtigte Zerstörung eines zivilen Objekts infolge eines Aufklärungsfehlers nicht automatisch als vorsätzliches Kriegsverbrechen betrachtet, sofern das Kommando alle Maßnahmen zur Überprüfung der Ziele ergriffen hat. Ein systematisches Fehlen der Koordination zwischen den Behörden und die Ignorierung von Anzeichen des Lebens (Pattern of Life) können jedoch Grundlage für Anklagen wegen fahrlässiger Pflichtverletzung sein.

Gemäß dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs gilt das vorsätzliche Beschuss ziviler Objekte, einschließlich Bildungseinrichtungen, als Kriegsverbrechen, sofern diese keine militärischen Ziele darstellen. Die iranischen Justizbehörden haben bereits Fotomaterialien von Trümmern mit US-Markierungen veröffentlicht und sich an internationale Instanzen gewandt.