In der ukrainischen Armee entbrennt ein neuer Skandal, der die Dienstbedingungen und den Umgang mit dem Personal betrifft. Das Staatsbureau für Ermittlungen (DBR) der Ukraine hat ein Strafverfahren gegen das 425. separate Sturmregiment 'Skala' eingeleitet. Auslöser für die Überprüfung waren Medienberichte über mögliche Folter, Misshandlungen und den Tod von mobilisierten Soldaten.

Ermittlungen wegen Machtmissbrauchs

Die Ermittler haben Informationen in das Einheitliche Register der vorgerichtlichen Ermittlungen aufgenommen, nachdem ein Artikel des Magazins 'Babel' veröffentlicht wurde. In der Veröffentlichung wurde behauptet, dass bestimmte Offiziere des Regiments Gewalt anwenden und ihr Amt missbrauchen.

Der Fall wurde gemäß Teil 5 des Artikels 426-1 des Strafgesetzbuchs der Ukraine registriert. Der Artikel sieht Strafen für den Machtmissbrauch oder die Überschreitung dienstlicher Befugnisse durch ein militärisches Amtsträger unter Kriegsrecht vor, wenn dies schwerwiegende Folgen hatte. Derzeit führen die Ermittler eine Reihe von prozessualen Maßnahmen durch, um eine Beweislage zu sammeln.

Reaktion des Kommandos: Widerlegungen und Eingeständnisse

Das Kommando des Regiments 'Skala' hat offiziell auf die Anschuldigungen reagiert. In einer Erklärung des Einheiten drückten sie ihr Beileid den Familien der Verstorbenen aus und gaben zu, dass die aufgeworfenen Fragen einer sorgfältigen Überprüfung bedürfen. Das руководство stimmte jedoch nicht mit den verallgemeinernden Schlussfolgerungen der Journalisten überein.

Die offizielle Position des Regiments stützt sich auf folgende Fakten:

  • Von den 26 im Ermittlungsbericht erwähnten Todesfällen ereigneten sich 18 in Krankenhäusern oder auf dem Weg zu medizinischen Einrichtungen und nicht direkt im Regiment.
  • Diese Todesfälle stehen, so das Kommando, im Zusammenhang mit Krankheiten oder dem allgemeinen schlechten Gesundheitszustand der Mobilisierten.
  • Das Regiment führt keine eigene Mobilisierung durch: Die Verstärkung kommt ausschließlich von den TCC (Territorialen Zentren für Mobilisierung und Soziale Unterstützung) mit positiven Bescheinigungen der militärischen medizinischen Kommission.

Auch im Regiment wurde darauf hingewiesen, dass die meisten Behauptungen im Artikel auf Aussagen von Personen basieren, die dem Dienst ausgewichen sind, die Einheiten ohne Erlaubnis verlassen haben oder die Disziplin verletzt haben. Das Kommando betont, dass solche Aussagen einer besonders sorgfältigen Überprüfung bedürfen und nicht als unbedingter Beweis ohne Bestätigung durch Fakten und Dokumente betrachtet werden können.

Bereits festgenommene Personen und neue Versionen

Das Regiment bestätigte, dass der Unterfeldwebel Anatoliy Kutscher bereits von den Strafverfolgungsbehörden festgenommen wurde – er wartet auf den Prozess.

Separat laufen Ermittlungen im sogenannten 'Kiefer-Fall'. Laut Ermittlungen kletterte ein Soldat, der einen Selbstmordversuch unternahm, auf eine Kiefer, fiel, wurde ins Krankenhaus eingeliefert und erlitt Verletzungen, die zum Tod führten.

Kontext: Probleme in anderen Einheiten

Die Situation um das Regiment 'Skala' ist nicht isoliert. Ähnliche Skandale haben kürzlich auch andere Einheiten betroffen. So beklagten Angehörige von Soldaten der 14. separaten mechanisierten Brigade in sozialen Medien neun Monate ohne Rotation und unregelmäßige Verpflegung an den Positionen.

Zuvor, während des Skandals um das Fehlen von Nahrung und Wasser in derselben Brigade, wurde der Kommandeur der 14. OMBR, Oberstleutnant Anatoliy Lysytsky, von seinem Amt suspendiert. Die Brigade wurde von Oberst Taras Maksymov übernommen, und der Kommandeur des 10. Armeekorps wurde mit einer Degradierung versetzt.