Der Devisenmarkt der Ukraine wird Anfang Juli eine kontrollierte Stabilität bewahren, obwohl der Kurs weiterhin auf die Nachfrage von Importeuren, die Lage an den Weltmärkten und militärische Risiken reagieren wird. Dies erklärte Taras Lesowy, Direktor der Abteilung für Finanzmärkte und Investitionstätigkeit der Globus Bank, in einem Kommentar an RBC-Ukraine.

Saisonale Aktivität und die Rolle des Regulierers

Der Übergang zwischen den Monaten lenkt traditionell mehr Aufmerksamkeit auf den Devisenmarkt. Unternehmen schließen ihre aktuellen Abrechnungen ab, Importeure stellen neue Anfragen und die Bevölkerung verfolgt den Kurs genauer. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Markt mit plötzlichen Veränderungen konfrontiert sein wird.

Laut Lesowy bleibt die Nationale Bank der Ukraine (NBU) der Schlüsselspieler, der das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage aufrechterhält. Die Politik der „gesteuerten Flexibilität“ ermöglicht es dem Markt, auf wirtschaftliche Faktoren zu reagieren, jedoch ohne plötzliche Kurssprünge. „Es liegen derzeit keine Voraussetzungen für eine plötzliche Kursverschiebung vor“, betonte der Experte.

Importeurnachfrage und Inflationsrisiken

Die größte Nachfrage nach Devisen wird weiterhin von Importeuren erzeugt, vor allem von Unternehmen, die Kraftstoffe und Energieressourcen einkaufen. Selbst ein möglicher Rückgang der weltweiten Ölpreise bedeutet nicht, dass ukrainische Importeure ihre Deviseneinkäufe sofort reduzieren werden. Ein Teil der Unternehmen könnte weiterhin Bestände aufbauen, um sich vor neuen Preisschwankungen zu schützen.

Lesowy betont, dass die aktuelle Nachfrage keine Bedrohung für den Devisenmarkt darstellt, da die NBU bei Bedarf durch Deviseninterventionen kompensieren kann. Nach Einschätzung des Bankers gibt es derzeit keinen zusätzlichen inflatorischen Druck auf den Devisenmarkt. Die saisonale Preissenkung bei Gemüse, Obst und Beeren dämpft den allgemeinen Preisanstieg, und Kraftstoffe zeigen bisher keine plötzliche Verteuerung. Daher haben weder die Bevölkerung noch die Unternehmen einen Anreiz, Devisen massenhaft zu kaufen.

Der Faktor Unsicherheit: Der Krieg

Der Hauptfaktor der Unsicherheit bleibt der Krieg. Jeder Angriff auf die Energie-, Verkehrs- oder andere kritische Infrastrukturen kann die Marktstimmung schnell verändern. Dennoch bleibt nach Prognose von Lesowy für den Zeitraum vom 29. Juni bis 5. Juli das wahrscheinlichste Szenario eine moderate Kursdynamik ohne plötzliche Schwankungen.

Kursprognose für Anfang Juli

Der Experte prognostiziert folgende Bereiche:

  • US-Dollar: 44,6–45,25 UAH;
  • Euro: 51,5–52,5 UAH.

Lesowy fasst zusammen, dass die aktuelle Situation auf dem Devisenmarkt als eine Phase des „veränderlichen Friedens“ charakterisiert werden kann, in der Schwankungen möglich sind, aber kontrolliert bleiben und keinen panischen Charakter annehmen werden.

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