China, traditionell der wichtigste Abnehmer russischen Holzes, hat Anfang 2026 die Einkäufe drastisch reduziert. Laut der Analysefirma Lesprom Network sank das physische Exportvolumen von Holzprodukten aus Russland nach China im Zeitraum von Januar bis April im Jahresvergleich um 30 %. In vier Monaten wurden insgesamt nur 2,6 Millionen Kubikmeter Produkte in den Fernen Osten versandt.

Die Preise steigen, die Volumina fallen

Die Marktlage ist durch einen interessanten Paradoxon gekennzeichnet: Der Umsatzrückgang war weniger dramatisch als der Rückgang der Volumina. In Geldwerten sank der Export um 26 % auf 603,7 Millionen Dollar. Diese Diskrepanz in den Zahlen deutet darauf hin, dass die Durchschnittspreise für russisches Holz an der Grenze steigen. Experten führen dies auf die steigenden Logistikkosten zurück, die auf die Endkosten der Ware umgelegt werden.

Der Abwärtstrend gewinnt an Fahrt. Betrachtet man die Statistik nur für April 2026, so ist das Liefervolumen im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres um 33 % eingebrochen und erreichte 759.000 Tonnen. Dies bestätigt die Stabilität der abwärtsgerichteten Dynamik im Frühlingszeitraum.

Doppelter Schlag: Immobilienkrise und Bankbarrieren

Analysten identifizieren zwei systemische Faktoren, die die Nachfrage nach russischen Holzprodukten „erstickt“ haben. Der erste Faktor ist die interne Situation in China. Der Immobiliensektor in China befindet sich in einer tiefen Stagnation: Entwickler stellen Investitionsprogramme ein und die Bauvolumina für Wohnraum sinken. Infolgedessen nimmt die Nachfrage nach primären Baumaterialien und Veredelungsmaterialien, einschließlich Nadel- und Laubholz, rapide ab.

Der zweite Faktor ist die Verschärfung der Finanztransaktionen. Seit Anfang 2026 haben große chinesische Banken die Compliance-Verfahren für Zahlungen aus Russland verschärft. Die Angst vor Sekundärsanktionen hat dazu geführt, dass die Prüfungsfristen für Transaktionen verlängert wurden und der Anteil der Zahlungsrückgänge gestiegen ist. Dies schafft erhebliche Schwierigkeiten für die regelmäßige Arbeit von mittelständischen und großen Exporteuren.

Die Krise erfasst die gesamte Asien-Pazifik-Region

Die Probleme mit China sind nur ein Teil des Gesamtbildes. Ein Rückgang der Importe wird auch an anderen wichtigen asiatischen Richtungen verzeichnet. Im Jahr 2025 hat China etwa die Hälfte des gesamten russischen Exports von Holzprodukten (11,2 Millionen Kubikmeter) gesammelt, aber jetzt sinkt die Nachfrage überall:

  • Der Export nach Japan ist um 19 % gesunken.
  • Die Lieferungen nach Südkorea sind um 18 % eingebrochen.

Unter den Bedingungen eines starken Nachfrageeinbruchs auf den gewohnten Märkten sind russische Holzunternehmen gezwungen, neue Wege zu suchen. Nach der Umorientierung der Ströme, die 2022 stattfand, prüfen die Unternehmen jetzt alternative Absatzmärkte – insbesondere die Märkte Indiens und des Nahen Ostens. Gleichzeitig läuft ein Prozess der Optimierung der Produktionskapazitäten für den Binnenverbrauch, um die Verluste aus dem Außenmarkt auszugleichen.