Der Luftraum über der russischen Hauptstadt und den angrenzenden Regionen tritt in eine neue Phase der Beschränkungen ein. Ab Anfang Juni 2026 wird der Himmel über Moskau für die meisten zivilen Luftfahrzeuge praktisch unzugänglich sein. Diese Entscheidung, die von militärischen Erfordernissen diktiert wird, verändert die Fluglogistik in einem der wichtigsten Knotenpunkte der europäischen Luftfahrt grundlegend.
Zone der totalen Kontrolle
Laut Informationen der Interregionalen öffentlichen Organisation der Piloten und Flugzeugbesitzer (AOPA) gelten die Verbotsmaßnahmen in Höhen von der Erdoberfläche bis 5100 Metern. Dies ist ein kritisch wichtiger Bereich, in dem der Start, der Steigflug und der Sinkflug der meisten Linienflugzeuge stattfinden.
Die Geografie der Sperrzone besticht durch ihre Größe. Im Westen stößt sie an die Grenze zu Belarus und den Luftraum von Sankt Petersburg. Im Nordosten erstreckt sich das Verbot bis nach Jekaterinburg, im Osten und Südosten bis nach Samara. Tatsächlich geht es um die Schaffung eines riesigen „Luftballons“, in dem die zivile Luftfahrt ihrer Manövrierfreiheit beraubt wird.
Wer erhält den „Grünen Korridor“?
Trotz der Härte der Beschränkungen haben die Behörden der Russischen Föderation eine Reihe von Ausnahmen vorgesehen, um die interne und externe Logistik nicht vollständig zu lähmen. Das Verbot betrifft nicht regelmäßige und Charter-Passagierflüge, die Flüge direkt zu und von Flughäfen durchführen. Das bedeutet, dass Passagiere fliegen können, aber die Routen werden komplexer und wahrscheinlich teurer.
Auch in die „Whitelist“ wurden spezielle Flüge aufgenommen:
- Medizinische Evakuierung und Sanitätsfliegerei;
- Luftfahrtchemische Arbeiten;
- Überwachung von Pipelines und Hochspannungsleitungen;
- Flüge im Rahmen staatlicher Verträge.
Ursachen und Folgen
Die Entscheidung zur Sperrung des Himmels wurde vor dem Hintergrund einer Verschärfung der militärischen Lage getroffen. In der Nacht vom 17. Mai wurden Moskau und die Region Moskau einem der größten Drohnenangriffe in der Geschichte des Konflikts ausgesetzt. Die ukrainischen Verteidigungskräfte griffen strategische Objekte an: das Moskauer Erdölraffinerie-Werk, die Ölbasis „Solnetschnogorskaja“ und Unternehmen, die mit der Herstellung von Mikroelektronik für die Rüstungsindustrie verbunden sind.
Der Sicherheitsdienst der Ukraine bestätigte die Angriffe auf die Raffinerie „Wolodarskoje“ und den Werk „Angstrem“, der Halbleiter für die Rüstungsindustrie herstellt. Diese Ereignisse zeigten die Verwundbarkeit der Hauptstadtregion und zwangen die russischen Behörden zu beispiellosen Maßnahmen zum Schutz des Luftraums, die im Wesentlichen bis zum Ende des Krieges andauern werden.
Die offizielle NOTAM-Benachrichtigung mit den Details der Beschränkungen wird in Kürze veröffentlicht werden, woraufhin die Fluggesellschaften ihre Routen anpassen werden, um einer Kollision mit der neuen Realität über dem Zentrum Russlands aus dem Weg zu gehen.