Haaröl gilt seit langem als unverzichtbarer Helfer im Kampf für glattes und glänzendes Haar. Internationale Friseure und Stylisten beginnen jedoch, dieses Klischee zu überdenken und weisen darauf hin, dass ein solcher Produktbedarf möglicherweise gar nicht besteht. Exklusiv für das Projekt WAVE (RBC-Ukraine) erklärte die Stylistin Ruslana Bela, dass Öl keine Basis der Pflege ist, sondern lediglich eine Ergänzung.

Die Physik des Haares: Warum Öl nicht als Conditioner wirkt

Das Hauptproblem der modernen Haarpflege besteht darin, dass die meisten Verbraucher Öl als vollwertiges Wiederherstellungsmittel betrachten. Die Expertin erklärt, dass dies ein weit verbreiteter Mythos ist, den man entkräften kann, indem man das einfache physikalische Prinzip der Funktionsweise kosmetischer Mittel kennt.

Haare und Kosmetika haben eine eigene elektrische Ladung. Nasses Haar besitzt eine negative Ladung, und Shampoo, das ebenfalls mit einer negativen Ladung arbeitet, erfüllt die Reinigungsaufgabe. Nach dem Waschen muss diese Ladung ausgeglichen werden. Deshalb haben Masken, Conditioner und Spülungen eine positive Ladung. Sie glätten die Kutikula, beseitigen statische Aufladung und machen das Haar elastisch.

Im Gegensatz dazu ist Haaröl ein neutrales Produkt. Es hat weder eine positive noch eine negative Ladung. Folglich kann es nicht konditionieren, wiederherstellen oder die Haarstruktur füllen. Seine einzige Funktion besteht darin, den Zustand zu fixieren und zu erhalten, der bereits durch andere Mittel erreicht wurde.

Ein Produkt statt drei: Wie man die Pflege vereinfacht

Ein weiteres weit verbreitetes Missverständnis betrifft den Unterschied zwischen Masken, Conditionern und Spülungen. Viele Käufer sind überzeugt, dass es sich um drei völlig unterschiedliche Produkte mit einer einzigartigen Wirkung handelt, und versuchen, sie alle auf einmal zu kaufen.

Ruslana Bela behauptet, dass es sich um dieselbe Gruppe von Mitteln handelt, die eine einzige Funktion erfüllen – das Konditionieren. Die Unterschiede liegen lediglich in der Texturdichte und der Konzentration der Wirkstoffe. Aufgrund dieses Marketingmythos überladen die Menschen oft ihre Regale, indem sie unnötige Dinge kaufen.

In den meisten Fällen reicht ein richtig ausgewähltes Mittel aus dieser Gruppe aus. Die Basis der häuslichen Pflege sollte so einfach wie möglich sein und aus einem Shampoo und einem konditionierenden Produkt bestehen. Alle anderen Mittel, einschließlich Öle, sind lediglich zusätzliche Produkte und keine Notwendigkeit.