Am 11. Juli finden in Wolhynien Veranstaltungen zum 83. Jahrestag der Wolhynien-Tragödie statt. Dem Gedenken an die Opfer wird sich ein hochrangiger polnischer Beamter anschließen – Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz.

Besuch in Wolhynien: Gedenken und Wahrheit

Am Samstag, dem 11. Juli, wird Władysław Kosiniak-Kamysz die Wolhynien-Oblast besuchen, wo er an Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs teilnehmen wird. Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Erklärung des Ministers in der sozialen Netzwerkplattform X berichtet, werden die Zeremonien seit vielen Jahren vom Lutscher Bischof Vitalij Skomorowski organisiert.

"Unsere Gedanken und Gebete werden bei allen sein, die nur deshalb getötet wurden, weil sie Polen waren", betonte Kosiniak-Kamysz. Gleichzeitig fügte er hinzu, dass das Gedenken an die Tragödie nicht auf Rache, sondern auf Wahrheit basieren sollte: "Die Opfer rufen nicht zur Rache, sondern zum Gedenken und zur Wahrheit auf".

Polnischer Gesetzentwurf und Reaktion Kiews

Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse fand im polnischen Sejm die erste Lesung eines Gesetzesentwurfs des Präsidenten statt, der Änderungen im Gesetz über das Institut für nationales Gedenken und im Strafgesetzbuch vorsieht. Das Dokument führt unter anderem strafrechtliche Verantwortung für die öffentliche Propagierung der Ideologie der OUN und der UPA ein.

Auf diese Entwicklung hin hat das ukrainische Außenministerium die polnische Seite aufgefordert, von Schritten Abstand zu nehmen, die die bilateralen Beziehungen verschärfen könnten. In der Behörde wurde betont, dass historische Fragen durch einen professionellen Dialog und gegenseitigen Respekt gelöst werden müssen, wobei das strategische Partnerschaftsverhältnis zwischen Ukraine und Polen zu berücksichtigen ist.

Warnung des Chefs des OPU

Zuvor hatte der Leiter des Hauptgeheimdienstes (OPU) Kyrylo Budanow in einem Interview mit RBC-Ukraine gewarnt, dass Polen eine Reihe von "unreifen eskalierenden Schritten" vorbereitet. Diese Aussage erhöht die Spannung im Kontext der bevorstehenden Gedenkveranstaltungen und der diskutierten Legislativinitiativen.

Der Besuch des polnischen Verteidigungsministers in Wolhynien wird somit nicht nur zu einem Akt des Gedenkens, sondern auch zu einem Symbol des schwierigen Dialogs zwischen den beiden Ländern, in dem die historische Wahrheit auf politische Herausforderungen trifft.