Moskau bleibt die einzige Region in Russland, die durch ein vollwertiges, mehrstufiges System zur Raketenabwehr geschützt wird. Diese einzigartige Konstruktion ist in der Lage, gegen ballistische Ziele zu operieren, einschließlich Bedrohungen mit nuklearen Sprengköpfen. Laut Daten von Defense Express, veröffentlicht von RBC-Ukraine, stellen die Geschichte und Architektur dieses Systems ein komplexes Ingenieurprojekt dar, das sich über Jahrzehnte entwickelt hat.
Vom Projekt „A“ bis „Nudol“: Chronologie der Entwicklung
Die Entwicklung des Moskauer ABM-Systems begann bereits in der Sowjetzeit mit dem Projekt „A“. Später, nach jahrelangen Entwicklungen, wurde das System A-35 (1974) in den experimentellen Betrieb überführt. Doch bereits 1971 begannen die Arbeiten an seiner Modernisierung – dem Komplex A-135. Diese Phase dauerte beträchtlich lange: Der Komplex wurde nach langen Tests und Nacharbeiten im Zeitraum von Ende der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre in Dienst gestellt.
Parallel zum Betrieb der aktiven Systeme wurde an einem zukunftsorientierten System A-235 gearbeitet. Die Entwicklung begann 1986 und dauert bis heute an. Im Rahmen der Tests werden seit 2014 Starts der Rakete „Nudol“ registriert, was auf eine kontinuierliche Modernisierung des Arsenals hinweist.
Die „Augen“ des Systems: Die Radarstation „Don-2N“
Als Schlüsselelement der gesamten Verteidigungsarchitektur gilt die Radarstation „Don-2N“, die etwa 30 km nördlich von Moskau liegt. Dies ist ein imposantes Objekt mit einer Höhe von etwa 35 Metern und Kanten von über 130 Metern, ausgestattet mit Phased-Array-Antennen, die eine Rundumüberwachung gewährleisten.
Der Bau der Station erfolgte ab Ende der 1970er Jahre und wurde in den 1990er Jahren abgeschlossen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Kampfköpfe von Interkontinentalraketen zu erkennen, zu verfolgen und Zielinformationen an die Abfangsysteme zu übermitteln.
Mechanik des Abfangs: Zwei Raketen – ein Ziel
Das System A-135 umfasst zwei Arten von Abfangraketen, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen:
- Rakete 51T6: Eine schwere Langstreckenrakete, die zur Bekämpfung von Zielen in großen Höhen und Entfernungen bestimmt ist.
- Rakete 53T6: Wird für den Nahbereichs-Abfang direkt über dem zu schützenden Gebiet eingesetzt.
Beide Raketen verwenden eine Funkkommandoführung. Aufgrund der Genauigkeitsgrenzen der Führung wird der Einsatz von nuklearen Kampfköpfen unterschiedlicher Stärke erwartet. Diese Methode kompensiert mögliche Abweichungen beim Abfangen von Zielen und garantiert deren Vernichtung.
Aktueller Status und Verteidigungsschema
Historisch umfasste das Moskauer ABM-System mehrere Startpositionen rund um die Hauptstadt. Derzeit wurden einige der Langstreckenkomplexe bereits außer Dienst gestellt. Allerdings bleiben nach Einschätzungen die Nahbereichs-Abfangraketen einsatzbereit und sind an verschiedenen Positionen rund um die Stadt stationiert.
Experten stellen fest, dass die Entwicklung des Komplexes fortgesetzt wird und Elemente neuer Lösungen schrittweise veraltete Komponenten ersetzen können, wobei die Hauptaufgabe des Systems – der Schutz der Moskauer Region vor Raketenbedrohungen – erhalten bleibt. Im öffentlichen Raum verbreitete sich zudem ein Schema, auf dem angeblich die Aufstellung von Luftverteidigungssystemen rund um Moskau dargestellt ist. Auf dem Bild sind verschiedene Positionen der Komplexe markiert, wobei ihre bedingte Lage durch unterschiedliche Farben zur visuellen Trennung hervorgehoben wird.