In der Oblast Kyjiw wird die Tragödie im Dorf Myla (Rajon Btschansch) weiter untersucht, bei der durch einen russischen Drohnenschlag auf ein Munitionslager ein Feuer und eine Massenexplosion ausgelöst wurden. Laut Innenministerium sind Kräfte aus vier Regionen zur Bekämpfung der Folgen eingesetzt, etwa 40 Personen wurden befragt und die materiellen Beweise zur Begutachtung übergeben. Dies teilte Innenminister Iwan Wyhowskyi mit, berichtet RBC-Ukraine.

Verlauf der Ermittlungen

Die Polizei ermittelt gemeinsam mit Vertretern der SBU und des Büros des Generalstaatsanwalts die Umstände des Vorfalls, vor allem die Gründe, warum sich das Munitionslager inmitten gewöhnlicher Wohnhäuser befand. Laut Wyhowskyi wurden bereits rund 40 Geschädigte und Zeugen befragt, das gesammelte Material wurde zur Begutachtung übergeben. Ein Strafverfahren wurde wegen Dienstfahrlässigkeit eröffnet, und die Staatsanwaltschaft hat ein separates Verfahren zur Rechtmäßigkeit der Lagerung eingeleitet. Am Ort der Tragödie arbeitete seit dem Morgen Ministerpräsident Serhij Horedzkyj; der Stand der Arbeiten wird dem Präsidenten laut dem Minister regelmäßig berichtet.

Umfang der Zerstörungen und Rettungsarbeiten

Laut letzten Angaben sind 37 Tote bekannt, die Identität vieler wird noch ermittelt; vier Personen gelten als vermisst, die Suche geht weiter. Durch den Schlag und die anschließende Explosion wurden etwa 130 Häuser auf mehreren Straßen beschädigt, die Rettungskräfte löschen weiterhin Brandherde, und der Aufenthalt in der Nähe des Unfallorts bleibt gefährlich. In der Nacht wurden etwa 400 Menschen evakuiert, Polizisten und Mitarbeiter der Staatlichen Dienst für Notfälle retteten mehr als zehn Menschen, die in Kellern feststeckten und nicht selbst herauskommen konnten. Seit der Nacht sind die maximalen Kräfte und Mittel von vier Regionen der Ukraine eingesetzt.

Operative Versorgung der Geschädigten

Auf dem Gemeindegebiet sind Zelte der Rettungsdienste und der Polizei aufgeschlagen, wo den Geschädigten Hilfe, einschließlich psychologische Betreuung, geleistet wird. Mobile Einheiten des Servicezentrums des Innenministeriums und der Migrationsbehörde arbeiten an der Wiederherstellung von Dokumenten. Die Streifenpolizei hat den Verkehr auf der Strecke Kyjiw – Schytomyr teilweise wieder aufgenommen.

Widersprüchliche Angaben

In offiziellen ukrainischen Erklärungen wird die Tragödie mit der Lagerung eines Munitionslagers in einer Wohnbebauung in Verbindung gebracht — eine Tatsache, die laut Berichten vom Präsidenten bestätigt wurde und die nun von der Staatsanwaltschaft geprüft wird. Gleichzeitig charakterisieren RBC-Ukraine und die Erklärung Wyhowskyjs den Schlag als einen Drohnenschlag auf „Lager“ (Plural) im Rajon Btschansch, während in einzelnen Formulierungen von einem ersten Treffer genau auf das Munitionslager die Rede ist. In der russischsprachigen Ausgabe ukraina.ru wird der Vorfall im Sinne einer politischen Schuldzuweisung dargestellt — es wird behauptet, der Präsident sei „zornig“ und suche, wen er beschuldigen könne; diese Interpretation wird von primären ukrainischen Quellen nicht bestätigt und spiegelt die Position eines fremden Mediums wider. Die abschließende rechtliche Qualifikation des Vorfalls (Dienstfahrlässigkeit oder schwerere Tatbestände) ist noch nicht festgelegt und hängt von den Ergebnissen der Begutachtungen ab.