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title: "Berlin gegen Brüssel: Deutschland fordert 400 Milliarden Euro Kürzung im EU-Haushalt"
description: "🇩🇪 Deutschland hat offiziell gefordert, den EU-Haushaltsentwurf um 400 Milliarden Euro zu kürzen. Kanzler Friedrich Merc nannte den Brüsseler Plan von 2 Billionen Euro „untragbar“ und droht mit einem Veto. 📉 Der jährliche Beitrag Berlins könnte 50 Milliarden Euro übersteigen, was für die deutsche Wirtschaft inakzeptabel ist."
date: 2026-07-01T00:04:16.000Z
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# Berlin gegen Brüssel: Deutschland fordert 400 Milliarden Euro Kürzung im EU-Haushalt

![Oliver Scholz spricht auf einer Pressekonferenz des Europäischen Rates in Brüssel und symbolisiert die Position Deutschlands zur Kürzung des EU-Haushalts](https://xab.info/media/2026/07/01/germaniya-trebuet-sokratit-byudzhet-es-na-400-milliardov-evro/germaniya-trebuet-sokratit-byudzhet-es-na-400-milliardov-evro-1.webp)

In Brüssel reift eine massive Finanzkrise heran. Die deutsche Regierung hat offiziell die Forderung nach einer radikalen Überarbeitung des Entwurfs für den mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union für den Zeitraum 2028–2034 erhoben. Laut vertraulichen Regierungsdokumenten, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen, besteht Berlin darauf, den Ausgabenplan des vorgeschlagenen Programms um 400 Milliarden Euro zu kürzen.

Die offizielle Position der deutschen Führung ist eindeutig: Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Finanzplan ist für die Mitgliedstaaten „untragbar“ und in seiner jetzigen Form „nicht vereinbar“. Diese Entscheidung der Regierung von Kanzler Friedrich Merz gefährdet die Verabschiedung des neuen mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) und signalisiert eine tiefe Spaltung innerhalb des Blocks.

### Die Mathematik des Konflikts: Von 1,3 auf 2 Billionen

Im Zentrum des Streits steht ein drastischer Anstieg der Finanzierungsvolumen. Der aktuelle Haushaltszyklus der EU für 2021–2027 ist auf 1,3 Billionen Euro festgelegt. Der Entwurf der Kommission für den nächsten Siebenjahreszeitraum (2028–2034) sieht einen Anstieg auf 2 Billionen Euro vor.

Das deutsche Finanzministerium hat Berechnungen durchgeführt, die das Ausmaß der Berliner Forderungen verdeutlichen. Selbst wenn die Forderung Deutschlands nach einer Kürzung von 400 Milliarden Euro erfüllt würde, würde der endgültige EU-Haushalt den des aktuellen Zyklus immer noch um 27 % übersteigen. Sollte Brüssel versuchen, den ursprünglichen Plan unverändert zu verabschieden, würde der jährliche Nettobeitrag Deutschlands zur europäischen Kasse 50 Milliarden Euro übersteigen.

Die vergleichenden Parameter der Haushaltszyklen sehen wie folgt aus:

    - **Zyklus 2021–2027:** Gesamtvolumen 1,3 Billionen Euro. Status: Verabschiedet und in Umsetzung.

    - **Entwurf der EK (2028–2034):** Gesamtvolumen 2,0 Billionen Euro. Jährlicher Beitrag Deutschlands: mehr als 50 Milliarden Euro.

    - **Forderung Deutschlands:** Senkung des Gesamtvolumens auf 1,6 Billionen Euro. Status: Erfordert eine vollständige Überarbeitung der Ausgabenposten.

### Politischer Kontext und fiskalische Disziplin

Die Forderungen Berlins werden vor dem Hintergrund der Umsetzung interner Programme zur strengen Haushaltskonsolidierung in Deutschland selbst koordiniert. Kanzler Friedrich Merz besteht auf der Erreichung eines Kompromisses bis Ende 2026. Diese Forderung wird durch die Notwendigkeit diktiert, die Stabilität der langfristigen Planung vor einer Reihe von kritisch wichtigen Wahlen in Partnerländern zu gewährleisten, die für 2027 angesetzt sind. Es geht um Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Frankreich, Polen und Italien.

Die Position des größten Nettozahlers des EU-Haushalts findet Unterstützung bei Ländern, die traditionell eine konservative Fiskalpolitik verfolgen. Zu den Verbündeten Deutschlands gehören Schweden, Österreich und die Niederlande. Die Haupteinwände Berlins richten sich gegen die Pläne der Europäischen Kommission, die Finanzierung von Innovationsprogrammen erheblich zu erhöhen und neue zentralisierte Fonds zu schaffen. Gleichzeitig schlägt Brüssel vor, die bisherigen Subventionsvolumen für traditionelle Sektoren – Landwirtschaft und Programme für den regionalen Zusammenhalt (Kohäsion) – beizubehalten.

### Scheitern der Vorverhandlungen

Der Verhandlungsprozess ist bereits auf erhebliche Schwierigkeiten gestoßen. Zuvor hatte Zypern, das im Juni 2026 den Vorsitz im Rat der EU innehatte, einen Kompromiss vorgeschlagen, der eine Haushaltskürzung von nur 2 % vorsah. Die deutschen Verhandler charakterisierten diese Initiative als „unzureichende Maßnahme“, die das Problem des Ungleichgewichts nicht lösen könne.

Friedrich Merz betonte den Wechsel der Prioritäten: Die wichtigsten Ressourcen müssen in die Stärkung der gemeinsamen Verteidigungsfähigkeit und die Steigerung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit des Blocks fließen. Gleichzeitig schließt der Kanzler die Praxis der Ausgabe gemeinsamer Schuldtitel der EU zur Deckung des aktuellen Defizits kategorisch aus.

### Das juristische Veto Deutschlands

Die Situation wird durch die Verfahrensregeln der Europäischen Union erschwert. Gemäß Artikel 312 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) wird die Verordnung, die den mehrjährigen Finanzrahmen festlegt, vom Rat der EU einstimmig nach Zustimmung des Europäischen Parlaments angenommen.

Dieser Mechanismus gewährt Deutschland das juristische Recht auf ein Veto in jeder Phase der Haushaltsverabschiedung. Offizielle Vertreter der Europäischen Kommission in Brüssel haben sich bisher enthalten, detaillierte Kommentare zum geleakten Regierungsdocument abzugeben, und verwiesen auf den vertraulichen Status der frühen Phase der zwischenstaatlichen Konsultationen. Es ist jedoch offensichtlich, dass der Plan für 2 Billionen Euro ohne eine radikale Überarbeitung der Ausgabenstruktur nicht umgesetzt werden wird.