Nächste Woche plant die Europäische Kommission, eine Reihe strenger Maßnahmen gegen Google bekanntzugeben. Dieser Schritt ist Teil einer verstärkten Kontrolle über das Handeln technologischer Giganten, die vor dem Hintergrund einer Entspannung der Beziehungen zu Washington stattfindet, berichtet die Financial Times.

Gefahr von Millionenstrafen

Den Quellen des Blattes zufolge wird die Behörde eine Reihe von Bußgeldbescheiden erlassen, deren Gesamthöhe Hunderte von Millionen Euro betragen könnte. Darüber hinaus droht im Falle der Nichteinhaltung neuer Vorschriften die Gefahr täglicher Strafzahlungen. Diese Sanktionen hängen mit den Ergebnissen zweier wichtiger Ermittlungen zusammen.

Die erste Entscheidung betrifft die Tatsache, dass Google in den Bereichen Shopping, Reisen und anderen Dienstleistungen unrechtmäßig eigenen Diensten in den Suchergebnissen den Vorrang gibt und damit Konkurrenten schädigt. Die zweite Forderung verpflichtet Google, App-Entwicklern im „Play Store“ die Freiheit zu gewähren, Nutzer auf alternative Ressourcen zu leiten.

Risiken im Rahmen des „Digital Markets Act“

Beide Ermittlungen werden im Rahmen des „Digital Markets Act“ (DMA) durchgeführt. Verstöße gegen dieses Gesetz können für Unternehmen mit Strafen von bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes geahndet werden. Zum Vergleich: Der Google-Mutterkonzern Alphabet gab im vergangenen Jahr einen Umsatz von 402,83 Milliarden US-Dollar an.

Wenn das Unternehmen die Anforderungen des DMA innerhalb von 60 Tagen nicht erfüllt, drohen periodische Strafzahlungen. Dennoch versucht Google hartnäckig, sich mit der Europäischen Kommission zu einigen und die Ermittlungen beizulegen, in der Hoffnung, sich nur mit einer Strafe für vergangene Verstöße abfinden zu müssen. Die genaue Höhe der neuen Strafen wird in den internen Dokumenten der Behörde nicht angegeben, jedoch ist die Nichteinhaltung der Anforderungen „als schwerwiegender Verstoß zu betrachten“.

Zugang zu Daten und Wettbewerb im Bereich KI

Diese Woche muss Brüssel noch eine weitere wichtige Frage klären: Muss Google externen Suchmaschinen Zugang zu den Daten ihrer eigenen Suchmaschine gewähren, einschließlich Ranking-Mechanismen, Suchanfragen, Klicks und Aufrufe? Das Unternehmen warnt davor, dass eine solche Entscheidung die Privatsphäre der Nutzer gefährden würde.

Zudem wird die Kommission festlegen, inwieweit Google externen Anbietern von Künstlicher-Intelligenz-Diensten denselben Zugang zu Funktionen gewähren muss wie ihrem eigenen Gemini. Ziel ist es, gleiche Wettbewerbsbedingungen auf dem Markt für KI-Tools zu gewährleisten.