Die Lage an der Front hat sich radikal verändert. Laut Analysten hat sich die Geschwindigkeit des russischen Vorrückens im letzten Jahr um das 16-fache verlangsamt. Während die Besatzer zuvor in kurzer Zeit erhebliche Gebiete erobern konnten, wird ihr Fortschritt heute auf Hunderte von Metern gemessen. Im Juni 2026 haben russische Truppen Gebiete in der Ukraine mit einer Gesamtfläche von rund 30,42 Quadratkilometern erobert oder betreten. Im Durchschnitt entspricht dies 1,01 Quadratkilometern pro Tag.

Antirekord bei den Vorstoßgeschwindigkeiten

Um das Ausmaß der Verlangsamung zu verstehen, reicht ein Vergleich der aktuellen Daten mit den Zahlen von Juni 2025. Damals eroberte die russische Armee 481,25 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums und rückte im Durchschnitt um 16,04 Quadratkilometer pro Tag vor. Das bedeutet, dass das Tempo des feindlichen Vorrückens um etwa das 16-fache gesunken ist. Experten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) stellen fest, dass die territorialen Gewinne Russlands seit mehr als einem Jahr langsam und schrittweise bleiben.

Interessanterweise charakterisierten Analysten selbst die deutlich höheren Vorstoßgeschwindigkeiten, die 2025 verzeichnet wurden, als schleppendes Vordringen. Daher hat sich die Situation für den Gegner in diesem Jahr erheblich verschlechtert – die Russen haben einen neuen Antirekord bei der Geschwindigkeit ihres Vorrückens aufgestellt.

Taktik des 'schrittweisen Vorrückens'

Laut Analysten ist die russische Armee faktisch auf ein 'schrittweises Vorrücken' zurückgefallen. Sie ist nicht in der Lage, tiefe Durchbrüche an der Front zu erzielen. Derzeit dringt der Gegner nur auf kleinen Abschnitten vor – um Hunderte von Metern oder einige Kilometer. Dies deutet darauf hin, dass die russischen Truppen mit erheblichen Schwierigkeiten bei der Organisation großangelegter Operationen konfrontiert sind.

Chancenfenster für die Verteidigungskräfte

Die Verlangsamung des Vorrückens des Gegners öffnet für die ukrainischen Verteidigungskräfte ein neues 'Fenster der Möglichkeiten'. Sie können nicht nur das Personal des Feindes effektiver vernichten, sondern auch neue Gegenoffensiven durchführen. Dies bietet eine Chance auf einen Wendepunkt an der Front.

Innere Probleme Russlands

Auch die Situation innerhalb Russlands trägt nicht zur Stabilisierung der Lage an der Front bei. Zuvor berichtete RBK-Ukraine, dass die Verteidigungskräfte am 2. Juli eines der größten russischen Raffinerien angriffen. Dort tobt derzeit ein Feuer. Aufgrund täglicher 'Bavovna' (Chaos/Verwirrung) zeigen die Benzinpreise in Russland den schnellsten Anstieg der letzten 20 Jahre. Der Kreml sucht derzeit nach verschiedenen Wegen, um die Situation zu stabilisieren, und bittet beispielsweise Kasachstan um Hilfe.