In Kiew hat sich eine öffentliche Kampagne für die Wiederherstellung eines der farbenprächtigsten Symbole der Stadt entwickelt – des Springbrunnens „Elefantenbaby'. Die Initiative zur Rückkehr der verlorenen Skulptur in den Kreschaty-Park wurde als offizielle Online-Petition auf dem Portal des Stadtrats von Kiew eingereicht.
Wie RBC-Ukraine berichtet, ist der Urheber der Petition Nikita Tschernezky. Im Text der Petition (Nr. 14314) erinnert er daran, dass dieser Brunnen einst eine echte Besonderheit des Parks und ein Liebling sowohl der Anwohner als auch der Touristen war. Während der sowjetischen Ära wurde die Skulptur jedoch im Rahmen einer umfassenden Sanierung des Geländes abgebaut.
Ideologische Gründe für das Verschwinden
Laut Angaben der Initiativgruppe war der Grund für das Verschwinden des „Elefantenbabys' die Ideologie jener Zeit. Die sowjetische Führung war der Ansicht, dass das Motiv des Elefantenbabys nicht in das neue Konzept des Parks passte, das sich um das Denkmal „Wiedervereinigung der Ukraine mit Russland' und den Bogen der „Freundschaft der Völker' drehte. Die Skulptur wurde als fremdartig für den sowjetischen Ensemblekomplex eingestuft und entfernt.
Heute, nach dem Abbau sowjetischer Denkmäler und der Neuinterpretung des historischen Raums, ist der Verfasser der Petition der Ansicht, dass die Zeit für die Rückkehr des „Elefantenbabys' gekommen ist. Die Wiederherstellung des Objekts wird als logischer Schritt zur Wiederbelebung des historischen Charmes des Kreschaty-Parks vorgeschlagen.
Phase der Unterschriftensammlung
Gegenwärtig befindet sich die Initiative in der Phase der aktiven Unterstützungssammlung. Damit die Petition offiziell im Kiewer Stadtrat geprüft wird, muss innerhalb von 59 Tagen die erforderliche Anzahl an Stimmen gesammelt werden. Die Stadtbewohner können ihre Unterstützung auf der offiziellen Website des Kiewer Stadtrats (KGGA) bekunden.
Kontext: Kontroversen um neue Brunnen
Die Initiative zur Rückkehr des alten Brunnens entstand vor dem Hintergrund kürzlicher Pläne der Stadtverwaltung. Zuvor hatte das Rathaus vorgeschlagen, einen modernen öffentlichen Raum mit einem neuen Brunnen an der Kreuzung des Taras-Schewtschenko-Boulevards und der Kreschatyk-Straße einzurichten. Dieser Vorschlag löste eine lebhafte Diskussion in der Gesellschaft aus.
Die Kiewer forderten die Behörden auf, vor Beginn der Sanierung eine Umfrage über die App „Kiew Digital' durchzuführen. Im Rahmen der Diskussion äußerten viele Stadtbewohner die Meinung, dass anstelle eines gewöhnlichen Brunnens in diesem Bereich Denkmäler für bedeutendere Persönlichkeiten errichtet werden sollten: dem „Geist von Kiew', ukrainischen Kobzaren, Mäzenen oder anderen historischen Persönlichkeiten. In diesem Kontext erscheint die Forderung, gerade das „Elefantenbaby' zurückzubringen, als Versuch, der Stadt ihre einzigartige, wenn auch vergessene, Geschichte zurückzugeben.