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title: "Die Schweiz verliert ihre Gletscher: Der „Tag des Verlusts' trat drei Monate früher ein"
description: "Die Schweizer Gletscher schmelzen mit Rekordgeschwindigkeit: Der „Tag des Verlusts' trat drei Monate früher ein. Saharastaub und anomale Hitze verschärfen die Situation und gefährden die Wasserressourcen Europas. 🇨🇭🧊🔥"
date: 2026-06-28T07:58:00.000Z
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# Die Schweiz verliert ihre Gletscher: Der „Tag des Verlusts' trat drei Monate früher ein

![Schweizer Alpen mit schmelzenden Gletschern und grünen Wiesen, die das Klimawandelproblem illustrieren](https://xab.info/media/2026/06/28/shvejtsariya-teryaet-ledniki-den-poteri-nastupil-ranshe-sroka/shvejtsariya-teryaet-ledniki-den-poteri-nastupil-ranshe-sroka-1.webp)

Die Schweiz steht vor einer beispiellosen Situation: Die Gletscher der Alpen schmelzen mit Rekordgeschwindigkeit und liegen fast drei Monate vor dem üblichen Zeitplan. Wissenschaftler verzeichnen eine der schwersten Perioden in der gesamten Beobachtungsgeschichte, da der Prozess des Verschwindens des Eises bedrohliche Ausmaße annimmt.

### „Tag des Verlusts' und rekordverdächtiges Schmelzen

Matthias Huss, Leiter der Schweizer Gletschermonitoring-Dienststelle (GLAMOS), gab bekannt, dass der winterliche Schneedecke auf den Gletschern zu Beginn der Woche vollständig geschmolzen sein wird. In der wissenschaftlichen Gemeinschaft wird dieser Moment als „Tag des Gletscherverlusts' bezeichnet. Genau in dieser Phase verlieren die Gletscher den im Winter angesammelten Schnee, und das weitere Schmelzen betrifft bereits das mehrjährige Eis, das sich über Jahrzehnte gebildet hat.

Seit dem Jahr 2000, als die systematischen Beobachtungen begannen, wurde ein so früher „Tag des Verlusts' nur einmal registriert – im Jahr 2022. Die aktuelle Saison wird zur zweitfrühesten in der gesamten Geschichte. Laut Huss beobachten die Experten eine „kolossale Ablation' – hohe Schmelzraten von Eis und Schnee im gesamten Alpenraum.

Das Ausmaß der Verluste ist beeindruckend: Allein in den letzten zehn Tagen sind am Rhône-Gletscher fast einen Meter Eis geschmolzen. Das Hauptproblem besteht nicht in einzelnen heißen Tagen, sondern in der langanhaltenden hohen Temperatur. Je länger die Hitze anhält, desto schneller schrumpfen die Gletscher.

### Saharastaub und Schneemangel

Zwei Faktoren verschärfen die Situation. Erstens fiel im Winter nicht genügend Schnee, was die Gletscher ihrer natürlichen Schutzschicht beraubte. Zweitens lagerte sich im Frühling Staub aus der Wüste Sahara auf der Eisoberfläche ab. Der dunkle Niederschlag verringert die Reflexionsfähigkeit der Gletscher, wodurch sie mehr Sonnenwärme absorbieren und noch schneller schmelzen.

Vorläufige Schätzungen deuten auf erhebliche Eisverluste in diesem Jahr hin. Die endgültigen Ergebnisse werden die Wissenschaftler im Herbst zusammenfassen, aber die alarmierenden Signale sind bereits offensichtlich.

### Gefährdung der Wasserressourcen Europas

Die Verringerung der Gletschervorräte gefährdet die Wasserversorgung des Kontinents. Die alpinen Gletscher sind eine kritisch wichtige Wasserquelle für zwei der größten europäischen Flüsse – den Rhein und die Rhône. Ihr Schmelzen beeinflusst direkt den Wasserhaushalt dieser Arterien.

Die Statistiken von GLAMOS zeigen eine dramatische Dynamik: Von 2000 bis 2024 hat sich das Volumen der Schweizer Gletscher um 38 % verringert. In den letzten fünf Jahrzehnten hat das Land etwa 1200 Gletscher verloren. Derzeit sind noch rund 1300 übrig. Matthias Huss warnte, dass bei Fortsetzung der Erwärmung mit gleicher Geschwindigkeit bis Ende des Jahrhunderts von den meisten Schweizer Gletschern nur noch kleine Eisschollen übrig bleiben werden.

### Hitzewelle in Europa: Wiederholung des Szenarios von 2003

Das Problem des Gletscherschmelzens ist untrennbar mit der anomalen Hitze verbunden, die Ende Juni Europa erfasste. Temperaturrekorde führten zu Unterbrechungen in der Infrastruktur und menschlichen Opfern. Meteorologen vergleichen die aktuelle Hitzewelle mit der katastrophalen Hitze von 2003, die zu den tödlichsten in der Geschichte des Kontinents gehörte.

Insbesondere in Deutschland wurde ein neuer Temperaturrekord von 41,5 Grad verzeichnet. Die Meteorologen warnen, dass sich die Quecksilbersäulen in den nächsten Tagen noch weiter erheben könnten, was den Zerfall der Gletschersysteme der Alpen nur noch beschleunigen wird.