Auf dem Schlachtfeld in der Ukraine hat sich eine technologische Evolution ereignet: Zum ersten Mal in der Geschichte eines modernen Konflikts wurde ein bodengestützter robotischer Komplex nicht über Land, sondern aus der Luft in den Hinterland des Gegners gebracht. Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben eine neue Taktik namens 'Beuteltier-Taktik' mit Hilfe einer schweren unbemannten Flugplattform (UAV) angewendet.
Der erste Luftangriff eines Roboters
Der Kern der Operation bestand darin, dass ein schwerer Trägerdrohnen den bodengestützten Roboter ARK-1 tief in das Verantwortungsbereich der russischen Armee transportierte. Analog zur Biologie, bei der Beuteltiere ihre Nachkommen im Beutel austragen, transportierte ein Gerät das andere und 'setzte' es zur Erfüllung einer Kampfaufgabe frei. Dies war der erste dokumentierte Fall eines Luftangriffs mit Beteiligung eines bodengestützten Roboters.
Ähnliche Logik wurde bereits von ukrainischen Militärs in anderen Bereichen angewendet. Zum Beispiel bringen große Drohnen in der Luft kleinere FPV-Geräte zur Zielfläche. Auf dem Meer wurde dieses Prinzip während der Landung auf der Kintscher Halbinsel umgesetzt, als ein unbemanntes Boot einen Raupenroboter mit Maschinengewehr an Land setzte. Die Idee einer solchen Lieferung ist nicht neu: Das Pentagon führte Tests ähnlicher Systeme in den Jahren 2003, 2009 und 2014 durch, aber die Ukraine wurde zum ersten Land, das dieses Schema unter realen Kampfbedingungen anwendete.
Einschränkungen der 'Luftlogistik'
Trotz des Erfolgs der Operation eilen Experten nicht, diese Taktik als Allheilmittel zu bezeichnen. Viktor Pawlow, Offizier des NRK-Bataillons der Dritten Sturmbrigade und Gründer der NRK-Schule, erklärte in einem Kommentar an RBC-Ukraine, dass dies derzeit eher punktuelle Experimente als eine systemische Lösung sind.
Laut Pawlow wird die Massenverwendung durch eine Reihe technischer und taktischer Einschränkungen gebremst:
- Zuladung: Wenn eine Drohne einen schweren bodengestützten Roboter heben kann, kann sie in der Regel die Aufgabe selbst erfüllen, indem sie einfach Munition abwirft, was effektiver und einfacher ist.
- Die Komplexität der Landung: Ein Roboter kann nicht einfach aus der Höhe abgeworfen werden – er muss sanft gelandet werden. Dies erfordert, dass die Drohne auf eine geringe Höhe sinkt, wo aufgrund des Geländes oder dichter Baumkronen leicht der direkte Kontakt zum Gerät verloren geht.
Taktischer Sinn und Perspektiven
Trotzdem hat die Luftlieferung von Robotern ihre eigene Nische. Die Taktik ist in unkonventionellen Situationen gerechtfertigt, wenn der Landweg durch Flüsse, Sümpfe oder dichte Wälder blockiert ist und keine alternative Logistik vorhanden ist. Die Luftlieferung ermöglicht es, den begrenzten Aktionsradius des Roboters für den finalen Angriff zu erhalten. In einer Hinterhalt positioniert, kann ein Kamikaze-Roboter stundenlang warten und gezielt einen feindlichen Bunker oder Schutzraum zerstören.
Experten stellen fest, dass bodengestützte robotische Komplexe zunehmend Panzerfahrzeuge an der Front ersetzen, da letztere vor Drohnen hochgradig verwundbar sind. Während Russland die Produktion eigener bodengestützter Roboter steigert, übertrifft die Ukraine laut Medienberichten den Gegner weiterhin in Bezug auf Umfang und Vielfalt ihrer Anwendung.