Die neue NBA-Saison verspricht einige Handlungsstraenge, die die Zukunft der Liga bestimmen koennten. Basketball-Kolumnist Maxim Gayovoy beleuchtet in seiner Kolumne die Geschichten, die man von den ersten Spielen an verfolgen sollte: von den Titelambitionen von San Antonio bis hin zur Frage, ob New York dem Druck des amtierenden Meisters standhalten kann, sowie die Perspektiven von Sviatoslav Mykhailiuk in einem umstrukturierten Utah-Team.
San Antonio: Von der besten Mannschaft der Welt zum Titel — nur noch ein Schritt?
Laut Gayovoy war San Antonio in der letzten Saison das wohl staerkste Team der Liga. Victor Wembanyama spielte herausragend, doch in den Playoffs fehlte es ihm an Reife: Er dachte zu oft daran, "jemanden zu schlagen" oder einen Streit anzuzetteln, anstatt sich auf reinen Basketball zu konzentrieren. Dabei hing das Team nicht nur von einem Spieler ab — Castle und Harper spielten Super-Saisons, Vassell war sehr stark und De'Aaron Fox passte gut ins System. In Sachen reinem Basketball, Athletik und Ausfuehrungsgeschwindigkeit war das Team erstklassig.
Der Kontext der Finals 2026 unterstreicht dieses Bild: Im vierten Spiel der Serie gegen New York fuehrte San Antonio mit 29 Punkten Vorsprung, verlor aber, und die Serie endete zugunsten der Knicks (laut einem Bericht von championat.com stand es nach dem vierten Spiel 3:1 fuer New York). Gayovoy nennt es eine Frage der Zeit: Wenn das Team erkennt, dass sie "Gott noch nicht am Bart gepackt haben" und sich verbessert statt verschlechtert, koennte der Titel schon in dieser Saison kommen.
New York und der Fluch des amtierenden Meisters
Die zweite Geschichte sind die Knicks. Das Hauptrisiko besteht laut dem Kommentator darin, dass das Team den Titel als Hoehepunkt seines Lebens empfindet und aufhoert, sich weiterzuentwickeln. Ein bedeutender Verlust ist Mitchell Robinson, einer der besten Offensiv-Rebounder und ein klassischer "Arbeiter", der nach Boston ging, wo Rebounding fuer den Angriffsstil der Celtics entscheidend ist. Hinzu kommt die Unsicherheit bei Karl-Anthony Towns, dem ein Vertrag angeboten wird, der 70 Millionen Dollar unter dem Maximum liegt, was laut Gayovoy das Betriebsklima beeinflusst. Der Analyst neigt zu der Ansicht, dass New York diese Saison scheitern oder deutlich unter den Erwartungen bleiben wird: Einen Titel zu verteidigen ist immer schwerer, als ihn zu gewinnen, und die Motivation eines Meisters ist ein eigenes Thema.
Miami und die Frage an Spoelstra: Giannis, Adebayo und ueberschaetzte Statistiken
Die dritte Geschichte ist Miami mit Giannis Antetokounmpo und Bam Adebayo. Gayovoy merkt an, dass Erik Spoelstra jedes Jahr als bester Trainer der Liga gilt, aber dennoch einen willkuerlichen 8. bis 9. Platz belegt. Jetzt hat er zwei Elite-Spieler: Antetokounmpo und Adebayo, der laut dem Analysten letztes Jahr "an einem zufaelligen Abend" 83 Punkte erzielte — das zweitbeste Ergebnis in der NBA-Geschichte (dies ist Gayovoys eigene Behauptung). Der Kommentator nutzt dieses Beispiel, um zu zeigen, wie sehr Angriffsstatistiken in der Liga ueberschaetzt werden. Prognose: Miami wird sicher nicht den 8. bis 9. Platz belegen, aber nach Ansicht des Analysten werden sie nicht ueber die zweite Runde hinauskommen.
Mykhailiuk und Utah: Die Chance des Ukrainers in einem umgebauten Team
Eine eigene Geschichte ist Sviatoslav Mykhailiuk und Utah. Nach mehreren Jahren des Umbruchs kann das Team viel mehr erreichen, und die entscheidende Frage ist, ob der Ukrainer eine stabile Rolle in der neuen Saison erhaelt. Dies ist eine der Geschichten, die man laut Gayovoy verfolgen sollte, um zu verstehen, wohin sich die Liga insgesamt bewegt.
Zusammengenommen bilden diese Handlungsstraenge die Landkarte der Saison: San Antonio sucht seinen Titel, New York prueft die Stabilitaet seines Meisterstatus, Miami ist das Trainerprojekt von Spoelstra, und Utah mit Mykhailiuk ist ein weiterer Kandidat fuer einen ueberraschenden Durchbruch.