In dänischen Gewässern wurde die Passage eines ungewöhnlichen russischen Konvois registriert. Zu seiner Zusammensetzung gehörte die Megayacht Graceful, die von internationalen Beobachtern und den Medien mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin in Verbindung gebracht wird. Informationen zur Route werden durch Daten des dänischen öffentlich-rechtlichen Senders DR und Berichte des Projekts DR Verificer bestätigt.

Route und Geleit

Die Bewegung des Schiffes begann in der Nacht auf Montag. Die Yacht passierte die Meerenge Großer Belt, fuhr am Vormittag an der Insel Anholt vorbei und erreichte am Nachmittag den Bereich des Skagen-Kaps. Graceful fuhr nicht allein: Sie wurde von einem russischen Zerstörer und einem Patrouillenboot begleitet.

Die Bewegung des Konvois wurde von Sicherheitskräften beider Länder überwacht. Seit Sonntag beobachteten die dänische Marine und die deutsche Küstenwache die Schiffe. Direkt in den dänischen Hoheitsgewässern übernahm das Patrouillenboot P521 „Freya“ die Begleitung.

Reaktion der Streitkräfte und Status des Schiffes

Das dänische Verteidigungskommando kommentierte die Situation und bezeichnete die militärischen Maßnahmen als Routinepraxis. In einer Mitteilung des Ministeriums wurde präzisiert, dass die Streitkräfte regelmäßig ausländische Staatsschiffe, die die dänischen Meerengen passieren, mit entsprechenden Ressourcen begleiten.

Das besondere Interesse an der Route wurde durch die Geschichte des Schiffes geweckt. Am 30. August 2022, nach Beginn der umfassenden Invasion Russlands in der Ukraine, schaltete die Yacht Graceful das automatische Schiffskennzeichnungssystem (AIS) ab. Seitdem ist sie fast aus den internationalen Tracking-Systemen verschwunden und tauchte nur noch in Sankt Petersburg auf.

Merkmale und Kontext

Graceful ist ein Schiff mit einer Länge von mehr als 80 Metern. Nach Schätzungen der Zeitschrift Forbes übersteigt der Wert der Yacht 750 Millionen Dänische Kronen (etwa 115 Millionen Dollar). Das endgültige Ziel des aktuellen Konvois bleibt derzeit unbekannt.

Zuvor, im Jahr 2023, berichtete das investigative Zentrum „Dossye“, dass die Flotte, die mit Putin in Verbindung steht, bis zu zehn Yachten und Hilfsfahrzeuge umfassen könnte. Damals wurden auch die Megayacht Victoria und das Boot Orion identifiziert, die zuvor nicht in öffentlichen Quellen aufgetaucht waren.